Zukunft des SvxServer

  • Hallo zusammen,

    der SvxServer hat sich ja inzwischen in so einigen lokalen Relaisverbünden sehr gut bewährt. Zudem bietet er gegenüber anderen Systemen eine ganze Reihe von Vorteilen (siehe z.B. hier). Vielleicht können wir ja in diesem Thread einmal ein paar Ideen, Gedanken und Wünsche zur weiteren Entwicklung des SvxServer zusammentragen?

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Hallo zusammen,

    ich fang dann mal an: Im Moment erfolgt die Vernetzung der einzelnen Standorte ja statisch. Der Benutzer selbst hat also keinen Einfluss darauf, mit welchen Server sein lokales Relais bzw. sein Einstieg gerade verbunden ist. Dies kann derzeit nur der Sysop und das auch nur durch manuelle Anpassung der Konfiguration ändern.

    Die statische Vernetzung hat einen prinzipiellen Vorteil: Man weiß eigentlich genau, welche Standorte dem Verbund angehören und kann sich sicher sein, bei einem Anruf auch an allen anderen Standorten gehört zu werden. Es handelt sich also um ein recht verlässliches System, welches mit einem großen Relais, bestehend aus mehreren kleinen Standorten, vergleichbar ist.

    Möchte man nun eine Verbindung zu einem anderen Repeater oder auch Verbund aufbauen, kann man hierfür EchoLink verwenden. Dann ist man auch dort zu hören und kann ein QSO führen. Zudem ist an allen Standorten das Gespräch ebenfalls zu hören und so die Beteiligung weiterer Stationen möglich.

    Nun sollte man einmal überlegen, ob es nicht trotzdem vielleicht Sinn macht, die Verbindung des lokalen Relais zu einem SvxServer dynamisch zu gestalten. Also die im Normalfall bestehende Verbindung zum „Heimat-SvxServer" per DTMF zu trennen und vorübergehend zu einem anderen Server aufzubauen? Dann wäre für diesen Zweck kein EchoLink mehr erforderlich.

    Wenn man das Ganze analog zu EchoLink betrachtet, käme ein SvxServer in etwa einem Konferenzserver gleich. Schaut man sich die verschiedenen DigitalVoice-Systeme an, wäre der SvxServer sozusagen eine TalkGroup. Nur mit dem großen Unterschied, dass die SvxServer im Gegensatz zu den Konferenzservern/TalkGroups nicht weitgehend zentral organisiert und betrieben werden sondern lokal und unabhängig sind. Und das mit den ganzen Vorteilen, die in dem oben verlinktem Beitrag aufgeführt sind ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited 10 times, last by DL3DCW (September 30, 2015 at 11:42 AM).

  • Hallo zusammen,

    zur technischen Realisierung: Vielleicht ist es ja möglich, für SvxLink ein eigenes Modul, z.B. „ModuleSvxServer“ zu schreiben. Ist dieses Modul aktiviert, reagiert es auf bestimmte DTMF-Befehle um dann einfach den SvxServer zu wechseln. Dies könnte man im Prinzip genauso wie bei den anderen Modulen machen: DTMF-Code des gewünschten SvxServers zum Verbinden und # zum Trennen.

    Im Normalfall und auch bei längerer Inaktivität sollte automatisch wieder die Verbindung zum „Heimat-SvxServer“ hergestellt werden. Zudem sollte das Modul bei Bedarf als Info zumindest eine Ansage ausgeben können, mit welchem Server das System gerade verbunden ist. So ähnlich geht das ja auch heute schon über den Parameter "CONNECT_LOGICS".

    Damit das System auch andere SvxServer kennt und diese per DTMF angewählt werden können, müssen die entsprechenden Daten irgendwo aufgeführt sein. Im einfachsten Fall sind das eine Handvoll SvxServer und die Zuordnung zu bestimmten DTMF-Codes in der Konfigurationsdatei. Dies ist jedoch auf Dauer wenig flexibel. Also kommt man langfristig nicht um entsprechende Verzeichnisse bzw. Verzeichnisserver herum. Wie man dies genau realisieren könnte, muss man dann im Detail einmal ganz genau überlegen. Auf jeden Fall sollte es ebenfalls offen, frei, unabhängig und möglichst dezentral sein.

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited 3 times, last by DL3DCW (September 29, 2015 at 7:35 PM).

  • Hallo zusammen,

    für die Zuordnung zwischen DTMF-Code und SvxServer sollte man möglichst ein Verfahren verwenden, welches leicht einprägsam ist und auch völlig ohne Registrierung auskommt. Daher würde sich vielleicht das VoIP-Rufnummernsystem anbieten, wie es im HAMNET zur IP-Telefonie verwendet wird (Details siehe hier:(

    Beispiel: DB0TV = D (31) + B (22) + 0 (00) + T (81) + V (83) = 3122008183

    Mit einer DTMF-Tastatur, auf der auch Buchstaben aufgedruckt sind, kann man das Zielrufzeichen dann direkt eingeben.

    Alternativ könnte auch die SvxLink/EchoLink-Funktion "per Rufzeichen verbinden" interessant sein (siehe hier). Der DTMF-Code ist dann etwas kürzer, jedoch ist die Zuordnung der Nummer nicht ganz eindeutig. Dies würde daher Bedienung und Realisierung etwas aufwändiger machen.

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited 2 times, last by DL3DCW (September 29, 2015 at 6:24 PM).

  • Hallo zusammen,

    bei dem in den vorherigen Beiträgen ganz grob skizziertem Vorschlag für eine eventuelle Erweiterung des SvxServer-Konzeptes fehlt nun noch die Möglichkeit der Zuordnung zwischen den Rufzeichen der Server und der jeweiligen IP-Adresse. Wenn man die Zusatzparameter wie Portnummer und Kennwort vereinheitlicht, könnten diese sogar entfallen.

    Eine relativ einfache Möglichkeit wäre es, wenn die jeweiligen SvxServer ihre Daten beim Start kurz an einen oder mehrere Verzeichnisserver melden. Diese Server sollten synchron sein so dass bei einem Ausfall das Ganze trotzdem noch funktioniert und der dezentrale Gedanke nicht auf der Strecke bleibt. Der bzw. die Verzeichnisserver könnten als Zusatzprogramm auf einem bestehenden SvxLink-System laufen. Ein Raspberry Pi sollte dafür eigentlich völlig ausreichen.

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited 2 times, last by DL3DCW (September 29, 2015 at 6:25 PM).

  • Hallo zusammen,

    um das System vor unbefugtem Zugriff durch Nichtamateure zu schützen und aufwändige Anmelde- sowie Registrierungsprozeduren zu vermeiden, macht es meiner Meinung nach viel Sinn, Clients und Server komplett im HAMNET zu betreiben. Denn genau dafür wurde das Netz gemacht. Auch in Regionen, wo es derzeit noch kein HAMNET gibt, ist eine VPN-Anbindung des jeweiligen Repeater-Standortes überhaupt kein Problem (siehe hier). Auch das läuft alles komplett und absolut stabil auf einem einzigen Raspberry.

    Damit würde das SvxLink/SvxServer-Konzept eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen haben, die man bei den anderen Systemen vergeblich sucht. Und es wäre ein gewaltiger Schritt in Richtung Amateurfunk mit einem eigenen, freien, offenen, unabhängigen und hauptsächlich funkbasiertem Konzept!

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited once, last by DL3DCW (September 30, 2015 at 11:30 AM).

  • Hallo zusammen,

    vielleicht kommt man mit einem kleinen „Trick“ auch völlig ohne Verzeichnisserver aus:

    Im HAMNET bekommen in der Regel alle Geräte an einem Standort statische IP-Adressen. Für diese IP-Adressen wird auch ein DNS-Eintrag generiert. Dies geschieht immer nach einem festen Schema: dienst.call.ampr.org (weitere Infos dazu hier). Für das SvxLink-System am Standort von DM0HA lautet der Eintrag also: svxlink.dm0ha.ampr.org (siehe auch hier).

    Somit kann aus der DTMF-Nummer ganz schnell und ohne fremde Hilfe die Adresse des gewünschten SvxServers ermittelt werden. Es ist also kein Verzeichnisserver erforderlich.

    In manchen Fällen (z.B. bei Einsatz des HAMServerPi) laufen alle Dienste am Standort auf ein und demselben Rechner. Dann braucht für den SvxServer kein separater DNS-Eintrag vorgenommen zu werden. In diesem Fall ist das System unter der „Hauptadresse“ nach dem Schema call.ampr.org (Beispiel: dm0ha.ampr.org) erreichbar. Dies kann man in der Software durch eine entsprechende „Suchreihenfolge“ berücksichtigen.

    Die Verwendung des HAMNET bietet also eine ganze Menge Vorteile. Wir müssen sie nur nutzen. Mir selbst fallen im Moment eigentlich keine Argumente ein, warum wir dies nicht tun sollten. Auch wenn es an einigen zu vernetzenden Standorten (noch) kein HAMNET geben sollte, verfügen diese ja zumindest über ihre bisherige Internetanbindung. Und damit ist auch der Anschuss an das HAMNET kein Problem mehr.

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Hallo zusammen,

    hier nun nach dem vielen Text mal eine kleine Zusammenfassung:

    Mit der Kombination aus SvxLink und SvxServer kann man vielleicht relativ einfach eine flexible Vernetzung von beliebigen Relaisstandorten, ähnlich dem Konzept der bestehenden DigitalVoice-Systemen realisieren. Allerdings mit dem großen Unterschied, dass das System hauptsächlich auf Funkverbindungen basiert und zudem völlig offen, frei und unabhängig ist. Vorhandene Hardware (Funkgeräte/Repeater) können weiterverwendet werden; die Audioqualität ist hervorragend.

    Im Prinzip braucht dafür „nur“ ein neues Modul (ModuleSvxServer) geschaffen werden, welches den Aufbau einer Verbindung zu einem beliebigen SvxServer herstellen und verwalten kann. Die Verbindung wird dann per DTMF mit einem eindeutigen und leicht zu merkenden Nummernsystem aufbaut. Die Bedienung und Funktion könnte an das EchoLink-Modul angelehnt sein.

    Durch die Verwendung des HAMNET sind keine Registrierungs- und keine Verzeichnisserver erforderlich. An allen beteiligten Standorten ist als Minimal-Setup ein Raspberry Pi völlig ausreichend.

    Soweit erst mal meine völlig theoretischen und in den Details bestimmt auch recht unausgegorenen Gedanken ;-). Ich sehe im SvxServer jedoch das große Potenzial, mit überschaubarem Aufwand ein System zu schaffen, welches viele der Nachteile von EchoLink sowie bestehender DigitalVoice-Systeme nicht hat und darüber hinaus wieder ein ganzes Stück näher am Amateurfunk ist.

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Hallo Frank,

    sehr interessante Ansätze...da muß ich ein bisschen drüber schlafen.

    Vielen Dank für die Ideen + vy 73s Adi

  • Hallo zusammen,

    wenn man so die Beiträge unter http://www.osthessenfunk.de (Digitalfunk-Zoff auf dem Rücken der Nutzer) liest, zeigt sich, dass eigentlich nur offene, freie und unabhängige Systeme sinnvoll sind. Die Kombination aus SvxLink/SvxServer geht da eigentlich absolut in die richtige Richtung. Auch wenn es nur "teilweise" digital ist. Aber es vereint den kleinsten gemeinsamen Nenner (nämlich bewährtes, analoges FM) und modernste Übertragungstechnik (digitale Verarbeitung, digitales Netz). Zudem funktioniert es völlig ohne Internet sowie ohne fremde/externe Infrastruktur. Wenn man das Ganze später noch ein wenig verfeinern könnte (z.B. per DTMF wechselbare Server - neudeutsch "Talkgroups"), wäre es absolut perfekt. Die Vorteile gegenüber den derzeit bestehenden DV-Systemen würden meiner Meinung nach für uns Funkamateure absolut überwiegen!

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Hi Frank,

    ja, ich verfolge das auch, alles sehr traurig. Bin seit heute auch Besitzer von DMR-Geräten, habe allerdings noch keine Erfahrung damit und auch nicht mit den DV-Systemen. Auch weiß ich nicht so recht, welches System für mich interessant sein könnte. Dieses ganz Buzzword-Bingo (DCS, DMR+, Marc, Xreflector, CCS7, Brandmeister, ...) nervt ehrlich gesagt schon ein wenig. Ich möchte etwas Offenes, Freies und Transparentes haben was ich als verantwortlicher Relaisbetreiber auch noch überblicken kann.
    Auch das Verkriechen der DV-Freaks in irgendwelchen Gruppen finde ich nicht so toll...was ist an der Technologie und den Diskussionen darüber denn so geheim, als das es nicht von Google gefunden werden darf?
    Ich denke auch, dass dieser offene Weg hier der richtige ist. Wer will kann mit- und wer will es sogar besser machen und wer mich nicht mag kann ja trotzdem meinen Branch auschecken und verbessern :lol:
    Vielleicht sollte man es einfach dabei belassen und sein eigenes Ding durchziehen. Die Zeit ist einfach zu wertvoll um im Netz ideologische Gefechte zu führen.

    vy 73s de Adi, DL1HRC

  • Hallo,

    ich finde die Idee mit dem Extra Modul nicht so schön.
    Da in svxlink nur ein Modul zur Zeit aktiviert sein kann, ist die Lösung nicht schön finde ich.
    Ich habe das Gefühl hier möchte jemand Echolink neu erfinden. Ich finde den Server gut so wie er ist.
    Die Verbindungen sind fest eingebaut und das finde ich auch gut so. In einer Grossstadt wie Hamburg wäre es eine Katastrophe wenn es noch einen zweiten Weg ausser Echolink gibt, wie man Relais miteinander Verbinden kann.
    Ausserdem müssten sich alle die Bedienung reinziehen und neu lernen. Viele sind mit der Nodenummer bei Echolink schon überfordert.
    Also ich bin dafür, dass es so bleibt wie es ist. Fest in der Konfig verankert und per Webinterface kann man svxlink mit anderer Konfig in sekunden neu starten und somit Verbindungen zu Relais trennen wo evtl gerade gestört wird etc.


    73

  • Hallo Antonio,

    nein, die Idee dahinter ist nicht EchoLink neu zu erfinden (denn das gibt es ja schon, hi) sondern eine zusätzliche Möglichkeit zu schaffen. Man kann diese nutzen, man muss es aber nicht. Zudem mit dem Vorteil, dass es sich im Gegensatz zu EchoLink (und manchen DigitalVoice-Systemen) nicht um ein zentral verwaltetes, geschlossenes privates oder herstellerabhängiges System handelt und das dafür auch nicht zwingend eine Internetverbindung erforderlich ist.

    Eine "Katastrophe" sind meiner Meinung nach eher die vielen unterschiedlichen und zueinander inkompatiblen Digitalsysteme. Man hat also eigentlich fast immer das falsche digitale Gerät dabei. Oder das Gerät vom falschen Hersteller. Und neben dem Funkgerät sind dann manchmal trotzdem noch Laptop und Programmierkabel erforderlich. Schade eigentlich, dass dem "Rausch des Neuen" ein gut funktionierendes, einheitliches, herstellerübergreifendes und leicht zu bedienendes System zum Opfer fällt. FM ist im Moment noch immer der kleinste gemeinsame Nenner. Denn das kann fast jedes Gerät.

    Die Verwendung von EchoLink und die Verbindung mit einem SvxServer schließen sich auch nicht aus. Es kann alles parallel zusammen laufen. Wir praktizieren das bei unserem Relaisverbund (siehe hier) schon eine ganze Weile. Die einzelnen Relais und auch Simplex-Links sind über unseren SvxServer miteinander verbunden. Trotzdem können parallel EchoLink-Verbindungen aufgebaut werden. Das ist auch sehr nützlich. Und wenn jemand seinen Client auf unseren Verbund schalten möchte, kann er das inzwischen auch. Ohne irgendeine Anmeldung und ohne irgendeine Registrierung. Eine perfekte Audioqualität und die Nutzung von mehr Funkverbindungen und weniger Internetverbindungen gibt es als kostenlose Zugabe dann noch obendrauf, hi ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Hallo,

    Quote


    ich finde die Idee mit dem Extra Modul nicht so schön.
    Da in svxlink nur ein Modul zur Zeit aktiviert sein kann, ist die Lösung nicht schön finde ich.

    Es ist doch aber gar kein Modul, sondern etwas was parallel läuft. Bitte erst eine Sache näher betrachten bevor man ein Urteil fällt.
    BTW: Was it schlecht daran etwas zusätzlich zu bereits verhandenen Funktionen bereitzustellen? Wenn man es nicht nutzen will, dann nimmt man es einfach nicht.

    Quote

    Die Verbindungen sind fest eingebaut und das finde ich auch gut so. In einer Grossstadt wie Hamburg wäre es eine Katastrophe wenn es noch einen zweiten Weg ausser Echolink gibt, wie man Relais miteinander Verbinden kann.

    Hm, sorry, aber ich kann dieser Argumentation nicht so ganz folgen. Die direkte Vernetzung hat einen anderen Ansatz als das was ein EchoLink-Verzeichnisdienst bietet. Sie funktioniert z.B. auch, wenn keine zentralen Internetdienste zur Verfügung stehen.

    Quote

    Also ich bin dafür, dass es so bleibt wie es ist.


    Tja, wenn alle so gedacht hätten, würden wir heute noch Regentänze ums Feuer machen. :D

  • Hallo,

    Frank, du hast geschrieben:

    Vielleicht ist es ja möglich, für SvxLink ein eigenes Modul, z.B. „ModuleSvxServer“ zu schreiben. Ist dieses Modul aktiviert, reagiert es auf bestimmte DTMF-Befehle um dann einfach den SvxServer zu wechseln. Dies könnte man im Prinzip genauso wie bei den anderen Modulen machen: DTMF-Code des gewünschten SvxServers zum Verbinden und # zum Trennen.

    Das war der Grund meiner Kritik. Wenn der SvxlinkServer als Modul implementiert werden soll, dann kann Echolink nicht parallel auch aktiviert sein, ansonsten habe ich svxlink vermutlich nicht verstanden.
    Andererseits merke ich, dass gerade so eine Art Verschwörung gegen die digitalen Betriebsarten in Gange ist habe ich das Gefühl. Ich benutze überhaupt keine Digitale Betriebsart und ich habe auch keine Angst, dass FM von der Bildfläche verschwindet, da ICH derjenige bin, der Teil des Systems ist. IHR auch. Und wenn wir uns gegen diesen Markt entscheiden, der versucht die Amateure in eine "Marken" Ecke zu treiben und aus Amateurfunk ein riesen Geschäft zu machen, dann brauchen wir auch keine Angst zu haben. Sorry das war nur ein kleiner Abschweifer.
    Grundsätzlich ist der Svxlink Server eine Super Funktion, nicht dass ihr mich falsch verstanden habt. Ich nutze es ja seit kurzem auch selber. Habe mich am Anfang nur etwas dämlich angestellt. Ich hatte es mir viel umständlicher vorgestellt. Aber es ist nur logisch ;)
    Nur die Idee mit dem Zusätzlichen Modul hat mir aus den schon oben genannten Gründen nicht so gefallen. Wenn es eine Möglichkeit gibt die Module gleichzeitig in Betrieb zu nehmen, dann ist es in der Tat eine Bereicherung für svxlink.

    73

    Toni

  • Hi Toni,

    Quote

    Andererseits merke ich, dass gerade so eine Art Verschwörung gegen die digitalen Betriebsarten in Gange ist habe ich das Gefühl.


    Definitiv Nein! Ich selbst nutze Tetra, DStar (sehr selten) und seit einiger Zeit mit Begeisterung DMR und bin gerade dabei zwei DMR-Relais aufzubauen. Keinesfalls sehe ich hier eine Verschwörung gegen digitale Betriebsarten. Ich bin eigentlich ein Fan davon. Was mich nur sehr ärgert, dass man sehr oft eine Geheimniskrämerei darum macht und viele OMs irgendwelche Insellösungen anstreben. Hytera und Motorola sollten nach Möglichkeit nicht zusammenarbeiten, DStar schon gar nicht, dazu kommt C4FM mit einer eigenen abgeschlossenen Infrastruktur, irgendwo gibts da noch Kenwood und am besten ganz außen vor die analogen Leute usw,.... Das alles scheint sich jetzt so ganz langsam Dank einer offenen Implementierung in die richtige Richtung zu entwickeln.
    Im kommerziellen Sektor ist das ja alles noch irgendwie nachvollziehbar aber hier im Amateurfunk meiner Meinung nach eine Sackgasse.
    Seit einiger Zeit läuft mein Tetra<->Analog-Gateway und auch meine zukünftigen DMR-Relais sollen mit FM-OM's kommunizieren können. Und ich möchte, dass die Infos wie was gemacht wird offen sind und nicht nur Leuten in Yahoo- oder ähnlichen Gruppen zur Verfügung stehen.

    vy 73s de Adi / DL1HRC

  • Hallo Toni,

    nein, eine Verschwörung gegen digitale Betriebsarten - ich gehe mal davon aus dass Du damit DigitalVoice meinst - gibt es hier sicher nicht. Auch SvxLink ist ja spätestens ab dem Repeater oder dem Simplex-Zugang häufig ebenfalls vollständig digital. Es gehört also irgendwie vielleicht sogar dazu, auch wenn die "erste Meile" vielfach analog ist.

    Ich selbst weise manchmal nur gerne darauf hin, dass wir das gute alte FM nicht völlig vergessen sollten. Es bringt eine Reihe von Vorteilen, die mit den derzeitigen Digitalstandards noch nicht oder bisher nur unzureichend gelöst werden können. Wenn aber immer mehr Standorte einem der vielzähligen Digitalstandards geopfert werden, ist ein bewährtes, einfach zu bedienendes und unabhängiges System irgendwann dahin.

    Es wird natürlich nicht so schnell vollständig auf FM-Standorte verzichtet werden. Aber die Abdeckung und Verfügbarkeit wird ausgedünnt. Es ist heute viel schwieriger, in fremden Regionen (z.B. mobil oder portabel) QRV zu werden. Früher reichte dazu ein IC2E, heute braucht man fast einen Computer- und Gerätepark, hi. Und dann muss manchmal auch noch das Gerät des richtigen Herstellers dabei sein. So etwas stimmt mich zumindest sehr nachdenklich.

    Daher die Überlegung, vielleicht eine freie, offene, unabhängige und auch natürlich auch leicht zu bedienende Möglichkeit zu schaffen. Und zwar nicht als Konkurrenz, sondern als "klassische" Alternative. Ein System, welches die Vorteile der analogen und der digitalen Technik geschickt miteinander kombiniert. Und da ist SvxLink nah 'dran ...

    Zum "SvxServer-Modul": Das sind ja alles erst mal rein theoretische Überlegungen. Der SvxServer selbst arbeitet ja völlig eigenständig und ist nur eine Ergänzung zu SvxLink. Mit ihm wird halt die Vernetzung von mehreren Standorten stark vereinfacht. Die Arbeit verrichtet er im Hintergrund, ohne dass der User überhaupt etwas davon merkt oder irgendetwas bedienen muss. Er braucht einfach nur wie gewohnt weiterzufunken - mehr nicht.

    Die per SvxServer vernetzten Standorte sind im Moment jedoch statisch, d.h. mehr oder weniger dauerhaft miteinander verbunden. Eine Einfluss darauf hat also nur der jeweilige Sysop. Vielleicht möchte aber auch einmal ein User ein QSO über einen anderen Relaisverbund fahren. Und dazu muss er eine Umschaltmöglichkeit haben, z.B. per DTMF - genauso wie bei EchoLink.

    Daher die Idee, ein ähnliches Modul wie EchoLink zu bauen. Dies braucht aber nicht ständig aktiviert zu sein. Es könnte also nur für das Verbinden bzw. Trennen einer Verbindung mit einem SvxServer erforderlich sein. Neudeutsch: Es ist nur für das "umlinken" erforderlich, nicht für den QSO-Betrieb ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited 2 times, last by DL3DCW (April 19, 2016 at 3:43 PM).

  • Hallo Adi,

    das Kombinieren der unterschiedlichen digitalen (und auch analogen) Systeme über eine offene Infrastruktur ist ja schon mal ein guter Ansatz. Also so, dass im Prinzip jeder mit jedem sprechen kann. Mir scheint aber irgendwie, dass dies eine Lösung für die Symptome und nicht für die Ursache ist.

    Denn wenn ich mit dem Auto durch die Gegend fahre und der erreichbare Repeater nur DMR kann, geht es mit meinem C4FM, Tetra, APCO oder D-Star-Gerät trotzdem nicht. Da nützt es mir auch nichts, wenn die Standards irgendwann einmal miteinander kommunizieren können. Denn das Endgerät muss ja immer noch zum Repeater passen. Es sein denn, es gibt irgendwann "Multinormgeräte". Aber das macht die Handhabung und Bedienung nun auch nicht unbedingt einfacher.

    Oder man packt an jeden Standort gleich mehrere Repeater mit unterschiedlichen Standards. Wird ja manchmal auch so gemacht. Mit der Folge, dass dann später mehrere Frequenzen an ein und dem selben Standort ggf. mit dem gleichen QSO belegt sind. Wäre ja sogar noch ok, wenn die Frequenzen nicht so ein knappes Gut wären. Aber das sieht ja zumindest in den Ballungsgebieten ganz anders aus.

    Egal wie man es dreht und wendet, irgendwie wird durch die Vielzahl der Standards leider nichts einfacher. Auch mit technischen Lösungen kann man das vermutlich nicht so ohne weiteres erschlagen. Mir selbst fehlen da jedenfalls im Moment die Ideen.

    Ein Digital<->Analog-Gateway ist ein interessanter Ansatz. Aber auch hier steckt der Teufel vermutlich wieder im Detail. Denn spätestens, wenn das Analogsignal etwas stärker verrauscht ist, wird sich das herunterkomprimiert auf der digitalen Seite nicht mehr so schön anhören. Zumindest bei den geringen Bandbreiten, die uns zur Verfügung stehen.

    So schön die vielen neuen Systeme und Betriebsarten für uns Funkamateure (vor allem in Hinblick auf den Experimentalfunkdienst) auch sind, die bestechend einfache Lösung mit SvxLink - wie z.B. FM für den Weg bis zum Repeater und ab da in perfekter Qualität digital weiter - lässt sich meiner Meinung nach nur schwer damit ersetzen. Denn immer gibt es irgendwelche Nachteile. Daher ist bei mir selbst der "Funke" auch noch nicht so richtig übergesprungen, hi ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

    Edited 2 times, last by DL3DCW (April 19, 2016 at 4:55 PM).

  • Quote from DO4ZA

    Fest in der Konfig verankert und per Webinterface kann man svxlink mit anderer Konfig in sekunden neu starten und somit Verbindungen zu Relais trennen wo evtl gerade gestört wird etc.


    Stationen bzw. Relais, von denen (unbewusste) Störungen ausgehen, kann man als Sysop per Webinterface auch auf dem SvxServer sperren. An einer solchen Lösung bin ich gerade 'dran. Läuft inzwischen vollautomatisch, auch bei dynamischen (also nicht bei fest vorgegebenen Verbindungen). Es sind keine manuellen Eingriffe in die Konfigurationsdateien etc. mehr erforderlich. Ein Mausklick genügt also ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW