10 gutgelaunte Old Men, zwischen 24 und 75 hatten wieder viel Spaß beim Auf- und Abbau der Station, beim Funkbetrieb, beim Fachsimpeln, bei den Diskussionen über Gott und die Welt, am Grill und bei Abendessen und Frühstück im Hotel. Treffpunkt Samstagvormittag um 11 Uhr am Aussichtsturm.
Unser Equipment: KWTX > Transverter > homemade 600Watt Mosfet-PA > 4x 4-fach Quad. Der KWTX steht in der Holzhütte am Fuß des Aussichtsturmes, der Rest steht wettergeschützt oben im Turm. Die umschaltbaren Antennen werden außen am Geländer angebracht. Für den Materialtransport benutzen wir einen handbetriebenen Schrägseilaufzug. Lediglich die Kiste mit PA und Transverter gelangt zu Fuß auf den 30m-Turm. Da bedauert man jedes überflüssige Kilo, das man am Körper mit sich die vielen Stufen hochschleppt.
Beim SWR-Check der Antennen kam dann OM Murphy unangemeldet zu Besuch: mehrere Antennen zeigten ein nicht mehr tolerierbares SWR. Die Suche nach der Ursache ergab zunächst Feuchtigkeit in den Anschlussdosen der Antennen, also alle Antennen wieder demontiert, die Dosen an allen Antennen aufgeschraubt, kontrolliert und getrocknet. Danach war das SWR aber leider noch immer bei zwei Antennen nicht akzeptabel. Also Koaxkabel und Stecker prüfen. Kontaktproblem an zwei N-Steckern. Dabei waren die Kabel noch am Vorabend ohne Beanstandung vom Kabelverantwortlichen durchgemessen worden. Ersatzkabel auf den Turm holen, einbauen und SWR checken, endlich alles ok, dachten wir. Beim Testen des 4-fach-Antennenumschalters war OM Murphy dann wieder zu Besuch, ein Relais schaltete nicht, ausgerechnet unsere Vorzugsrichtung nach Südosten. Ursache diesmal: eine fehlende Schraube, natürlich mit nichtmetrischem Gewinde, daher leider auch kein Ersatzteil vor Ort, also Behelfslösung suchen, finden und für den nächsten Kontest einen baugleichen Ersatzschalter einplanen. Redundanz kann nicht schaden. Mittlerweile war es 16:45 Uhr und wir endlich in der Luft.
Der Kontest lief dann weitgehend störungs- und stressfrei, abgesehen von einer nachhaltig splatternden belgischen Station in Botrange, bei eher durchschnittlichen Bedingungen und zumindest am Samstag bei sehr schönem Wetter.
Kein Betrieb in der Nacht zwischen 1:30 Uhr und 4 Uhr, alte Männer brauchen Schlaf. Ab 4 Uhr war unser Youngster in flottem CW aktiv und konnte den Schnitt deutlich anheben. Für mich begann die Frühschicht um halb 7, um halb 10 gab es Frühstück mit den Freunden im Hotel.
Am Ende stehen mehr als 400 Verbindungen im Log, ODX über 900km, 14 erreichte Länder und im Schnitt knapp 300km pro Verbindung überbrückt. Betrieb an Mikrofon und Taste haben letztlich nur fünf der 10 beteiligten OM gemacht. Die anderen fünf waren für das Gelingen der Aktion aber genauso wichtig.
Der Abbau lief reibungslos und trocken ab, nach etwas mehr als einer Stunde war das gesamte Equipment verstaut, dann setzte leichter Nieselregen ein. Im Juli und September werden wir wieder von dort aus qrv sein.
73 de Thomas, DH1TS