Posts by OE5AKM

    Schade, Peter!

    Ich fürchte, es sind genau die Diskussionen, die zwar zermürben, um die wir langfristig aber nicht herumkommen, wenn wir dem Hobby Zukunft einräumen wollen. Dazu gehört auch eine klare Festlegung/Abgrenzung von Begriffen; die alten sind da nicht immer ausreichend...

    73, Alfred, OE5AKM

    Es gibt keine Teilnahme am Amateurfunkdienst ohne eigene HF

    Da hast du Recht - derzeit gibt es keine spezielle Lis dafür; eine Teilnahme am Amateurfunkverkehr ohne "eigene HF" ist allerdings durchaus machbar und würde - in eine spezielle Lis gegossen - genau das Problem vermeiden, das du immer wieder anführst: "Selbstbaurecht" ohne entsprechende technische Qualifikation!

    73, Alfred, OE5AKM

    PS: Ich schreibe "Selbstbaurecht" unter Anführungszeichen, weil es dir ja wohl eher um "Errichtung und Betrieb" nicht kommerziell gefertigter HF-Sender geht als um deren Selbstbau. Und genau dort würden wir uns ja treffen...

    @Karsten:

    Betrachte unter diesem Gesichtspunkt nochmals meine Vorschläge zu einer Teilnahme am Amateurfunkverkehr ohne "eigene HF". Da vermeidest du genau dieses Problem...

    Und noch etwas: Ein "reiner User" bleibt ein "reiner User" - egal ob auf KW oder UKW. Warum wertest du letzteren Ansatz ab?

    73, Alfred, OE5AKM

    Nach dem Interview mit DL3MBG und den Ankündigungen des DARC darf man gespannt sein, ob (und wie) der DARC dies nun auch in die Tat umsetzt.

    Nochmals:

    Welche Auswirkungen hat es auf den globalen KW-Amateurfunkverkehr, wenn isoliert in DL die Störungsproblematik erfolgreich bekämpft wird? Ergibt das im Idealfall (der erst einmal eintreten muss!) wirklich eine "Insel der Seligen"? Mit wem wollen die DLs denn funken, wenn sie selbst zwar hören wie die Luchse, die Welt um sie herum aber wegen der Störungen vor Ort stocktaub ist?

    Zugegeben - so schlimm ist es (noch) nicht, aber wir steuern darauf zu! (Wäre dem nicht so, gäbe es wohl kaum diesen Thread...)

    Ich setze in dieser Situation jedenfalls nicht auf (vereins)politische Absichtserklärungen und in der Praxis zahnlose Gesetzesnovellen sondern auf intelligente Technik: Ein glasklares C4FM DX-QSO - das hat was! Und es ist jederzeit machbar, noch dazu mit einem relativ preisgünstigen Handy, das inklusive Antenne nicht einmal 300 g wiegt. (Ideal für mich als Bergsteiger!)

    Wer das nicht will, mag weiterhin seine gewohnten Wege beschreiten...

    73, Alfred, OE5AKM

    * Aufgabe des Anspruchs, ein experimenteller Funkdienst zu sein und lizenzfreie Räume im digitalen Universum besetzen (Modell Alfred)

    Sri, hier fühle ich mich eindeutig missverstanden: Ich sehe keinen Grund dafür, diesen grundsätzlichen Anspruch aufzugeben; ich sehe aber jede Menge Gründe, unser ursprüngliches Tun ("Technik & Kommunikation per Funk") auf Zweckmäßigkeit und Machbarkeit zu überdenken und es dort, wo dies nicht mehr sinnvoll gegeben ist, ganz bewusst um leitungsgebundene Technik/Kommunikation zu erweitern. Ich betone: Zu erweitern, zu ergänzen - nicht zu ersetzen!

    Ich will kein "Entweder - oder" - ich möchte ein "Sowohl - als auch"! Und wenn ich mir die Entwicklungen im Hobby ansehe (WWC, eQSO, iLink, IRLP, EchoLink, iGate, CQ100, HamSphere, D-Star, DMR, C4FM... - Vernetzung via Internet und natürlich sehr gern auch via Hamnet - dann läuft es ja ohnehin in diese Richtung! Auch dann, wenn viele das nicht wahrhaben wollen oder sich dagegen stemmen!

    Zum besseren Verständnis dessen, was mir wirklich vorschwebt, füge ich hier nun doch einen Text ein, den ich im Kern schon 2009 so verfasst habe. Ich kann ihn 2016 noch immer unterschreiben, auch wenn ich den ersten Teil aus heutiger Sicht vielleicht etwas weniger untergriffig abfassen würde...

    73, Alfred, OE5AKM

    PS: Sri, dieser Anhang muss sein, weil ich offensichtlich noch immer missverstanden werde!
    PPS: dl5ybz: "Schnittmengen" - das trifft es gut!

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    Amateurfunk wird Amateur Radio

    An der Wende von den 70er- zu den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts erlebte der CB-Funk in Österreich seine Blütezeit. Der Amateurfunk beobachtete diese Entwicklung mit Reserviertheit: In vornehmer Zurückhaltung nahm er den Zulauf aus CB-Kreisen zwar auf, ließ den CB-Funk aber seine Überlegenheit und mitunter auch seine Verachtung deutlich spüren: Wohl befasste man sich auf beiden Seiten mit Technik und Kommunikation - aus Sicht der Funkamateure aber doch auf recht unterschiedlichem Niveau. Nicht wenige Hams grenzten sich daher ganz bewusst vom Jedermann-Funk ab: Als lizenzierter Funkamateur war man "wer" - und man war vor allem "besser"!

    In gewisser Weise nahm die damalige Situation das heutige Verhältnis zwischen Funkamateuren und Internetfreaks vorweg: Auch heute befassen sich beide Gruppen mit Technik und Kommunikation, auf beiden Seiten gibt es neben der großen Masse ausgesprochene Könner und Spezialisten - und heute wie damals umgeben sich zahlreiche Old Men nur allzu gern mit dem Nimbus des Herrenreiters: Sie schauen distanziert und überlegen vom hohen Ross auf alles herab, was "nur" Internet ist und niemals Amateurfunk sein kann!

    Die Frage ist: Wiederholen wir Funkamateure mit dieser Selbstabschottung nicht Fehler aus alten Zeiten? Brüskieren wir nicht abermals - diesmal allerdings ein Gegenüber, das weitaus potenter ist und zudem die Sympathien der Öffentlichkeit genießt? Ganz im Gegensatz zu uns "Störern", "Ortsbildverschandlern" und "Krankmachern"!

    Wäre es nicht wesentlich klüger, die beiden "Welten" (die leitungsgebundene und die leitungsungebundene) nicht länger gegeneinander auszuspielen? Könnte man nicht beide Technologien innerhalb eines weiter als bisher verstandenen Technik- und Kommunikationshobbys zusammenführen, amateurmäßig betreiben und vom positiven Internet-Image profitieren? Und natürlich auch von den Möglichkeiten, die das Internet gerade in Verbindung mit dem Amateurfunk bietet?

    Ansätze in diese Richtung gibt es in Österreich mindestens seit Inkrafttreten des Amateurfunkgesetzes 1998 bzw. der Amateurfunkverordnung 1999: Damals wurden erstmals offiziell von Seiten der Funkamateure Brücken (sogenannte Gates) zum Internet geschlagen - und je mehr es wurden, desto heftiger eskalierte der Streit: War das noch Amateurfunk - oder bereits Hochverrat?

    Die Praktiker kümmerte das wenig: WWC, eQSO, iLink, IRLP, EchoLink, WIRES, iGate, APRS, D-Star, DMR, CQ100, HamSphere usw. breiteten sich in allen Teilen der Erde rasant aus und ermöglichten auch Funkamateuren ohne Kurzwellenzugang weltweites Amateurfunkfeeling.

    Und wieder griff im deutschen Sprachraum das funkerische Establishment zu fragwürdigen Methoden: Anstatt die neuen Möglichkeiten als zusätzliches Betätigungsfeld
    zu würdigen und sie als eigenständige, dem Amateurfunk dennoch eng verwandte Entwicklungen zu begreifen, diskreditierte man sie als Telefon, Amateurfunksimulation für Altersheiminsassen, Krückenfunk für Antennengeschädigte, Babyphone - kurz: als Strom im Draht - nichts weiter! Technisch kein Funk und daher auch nicht zum Amateurfunk gehörig. Punkt. Aus. Amen.

    Nun weiß man freilich seit Ludwig Wittgenstein, dass die Grenzen unserer Sprache auch die Grenzen unserer Welt bedeuten. Das Wort Funk bzw. Amateurfunk zieht in Bezug auf unser Hobby eine solche Grenze, insofern es den "Drahtlosigkeitsaspekt" (engl. wireless) ganz stark in den Vordergrund rückt - viel stärker jedenfalls als etwa das angloamerikanische Amateur Radio. Zwar wird Amateurfunk in der Regel mit Amateur Radio übersetzt, bedeutungsmäßig sind die beiden Ausdrücke Funk und Radio aber nicht wirklich ident: Dies zeigt sich schon darin, dass man im Angloamerikanischen völlig ungeniert von Internet Radio(1) spricht, während das deutsche Gegenstück Internetfunk(2) praktisch nicht existiert. Mit anderen Worten: Radio kann auch dann noch als Radio durchgehen, wenn die Signalübertragung leitungsgebunden (z.B. via Internet) erfolgt; Funk setzt dagegen Leitungsungebundenheit voraus.

    Dieser kleine aber beachtenswerte Bedeutungsunterschied zwischen den Begriffen Radio und Funk mag auch der Grund dafür sein, dass in englischsprachigen Ländern von Anfang an verhältnismäßig wenig Vorbehalte gegenüber Gates zwischen Amateur Radio und Internet bestanden, während der deutschsprachige Amateurfunk sich teilweise bis heute vehement dagegen wehrt: Die Grenzen unserer Sprache scheinen tatsächlich die Grenzen unserer Welt zu markieren - auch unserer Hobbywelt!

    Langer Rede kurzer Sinn: Der Begriff Amateur Radio ist umfassender als seine deutsche Übersetzung Amateurfunk: Amateur Radio kann bei zeitgemäßer Interpretation neben klassischem Amateurfunk auch alle Spielarten von Amateur Radio over Internet Protocol (ARoIP)(3) integrieren. Wollen wir daher unser Hobby bewusst in Richtung ARoIP erweitern, sollten wir dafür unbedingt die bestehenden sprachlichen Hindernisse aus dem Weg räumen. Lassen wir also endlich auch im deutschen Sprachraum die bedeutungsmäßigen Grenzen des Begriffs Amateurfunk hinter uns und forcieren wir stattdessen den weitaus zukunftsoffeneren und international gebräuchlichen Begriff Amateur Radio.(4)
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    1 Google findet für "internet radio" im Juni 2009 beispielsweise 18.300.000 Stellen, im Jänner 2012 bereits 60.600.000!
    Diese rasante Zunahme zeigt deutlich, wohin sich der Begriff Radio entwickelt!

    2 Für "Internetfunk" findet Google ebenfalls im Jänner 2012 lediglich 889 Stellen.

    3 Amateur Radio over Internet Protocol (ARoIP): IP-basierte Kommunikation von Radio Amateuren untereinander unter behördlich registrierten Amateurfunkrufzeichen (HamNet, EchoLink, D-Star, DMR, HamSphere, QsoNet/CQ100 usw.)

    4 Dies gilt sinngemäß auch für andere Zusammensetzungen mit dem Wort Funk: So würde beispielsweise der Funkamateur in analoger Weise zum Radio Amateur, der neuerem Begriffsverständnis zufolge nicht mehr auf Funk allein festgelegt ist.

    Das wird er Dir gleich bestätigen, weil er betrachtet es als AmateurRADIO.

    Da fühle ich mich gleich richtig verstanden, hi... Aber ich will das Thema nicht neu aufmachen, ist ja ohnehin alles bekannt. Die Entwicklungen, die derzeit in diesem Bereich passieren, betrachte ich jedenfalls als eigentliche innovative Speerspitze in unserem Hobby.

    73, Alfred, OE5AKM

    Es ist in meinen Augen nicht die schlechteste Strategie, einem Problem auszuweichen (Plan B), wenn man es nicht lösen kann (Plan A).

    Und lösen können wir die Störproblematik ja offensichtlich nicht:

    • Blick in die Vergangenheit: Welche Erfolge haben wir denn in den letzten 10 Jahren bei unseren "Lösungsversuchen" konkret eingefahren?
    • Blick in die Gegenwart: Wie sieht es denn in der täglichen Praxis (nicht auf dem Papier!) aus?
    • Blick in die Zukunft: Welcher Trend zeichnet sich für die Zukunft ab?

    Mein Kopf ist mir zu schade dafür, um ihn mir an einer undurchdringlichen Wand einzurennen. Ich gehe lieber außen um diese Wand herum...

    @Karsten: Mir ist klar, dass du diese Wand nicht als undurchdringlich ansiehst und damit zu anderen Schlussfolgerungen gelangst. Aber ist es denn so schlimm, wenn es neben deinem Plan A auch noch einen Plan B gibt?

    73, Alfred, OE5AKM

    Du meine Güte! Habe ich hier irgendwo erklärt, wofür ich konkret eintrete? Habe ich meine Vorschläge zu einem anderen Hobbyverständnis hier irgendwo inhaltlich konkret dargelegt?

    Ich setze sie nach wie vor als bekannt voraus und habe noch immer keine Lust, sie erneut durchzukauen. Es sei denn, man unterschiebt mir Dinge, die ich nie gesagt habe; die würde dann ja wohl jeder richtigstellen wollen...

    @Karsten: Geht's vielleicht ein bisschen sachlicher?

    73, Alfred, OE5AKM

    Ich habe es erwähnt, weil wir beim EMVG ähnlich liegen. Das EMVG schützt dem industriellen Störer und nicht den Funkdienst. Unabhängig von der Rechtssituation (Gleichbehandlung aller Funkdienste) wären es nur marginale Zusatzkosten in den störenden Geräten, um Störungen direkt an der Quelle zu vermeiden. Das wurde früher durch das FTZ gewährleistet, die störende Geräte gar nicht erst zugelassen hat. Der heutigen Marktaufsicht sind durch verkorkste Normen dann auch noch die Flügel gestutzt worden und mit dem BMWi hat man den Bock zum Gärtner gemacht. In der BNetzA ist Afu nur noch ein Teilgebiet, vermutlich da kleinste, und fällt damit jedem Parteienklüngel zum Opfer.

    Ja und nochmals ja! Dagegen einen in meinen Augen völlig aussichtslosen Kampf zu führen, erachte ich als wenig sinnvoll. Da braucht es andere Ansätze - ganz andere!

    73, Alfred, OE5AKM

    @ pfiffikus:

    Ich gönne dir wirklich, dass du zur Ausübung deines Hobbys offenbar recht gute Bedingungen vorfindest. Eine große Zahl von OM tut dies offenbar nicht mehr - wäre es anders, gäbe es diesen Thread hier nicht!

    Ja - ich gehe davon aus, dass sich der globale Trend zur weiteren Verschlechterung der Bedingungen für KW unaufhaltsam fortsetzt. Da hilft es dann wenig, wenn DL isoliert für ein paar Jahre vielleicht nicht ganz so schlecht dasteht wie der Rest der Welt. (Ich betone: vielleicht!)

    Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass auch der klassische Amateurfunk eine "Kritische Masse" aufweist: Unterschreitet er diese, verschwindet er erst in der Versenkung und bald darauf vermutlich ganz in der Illegalität. "Gesundschrumpfen" wird dann ganz schnell zum "Totschrumpfen"...

    Wäre es da nicht opportun, sich rechtzeitig ein zweites Standbein zuzulegen? Oder diesen Prozess, der ja ohnehin längst läuft, wenigstens zu tolerieren, anstatt ihn pausenlos als "dem Amateurfunk wesensfremd" abzutun?

    73, Alfred, OE5AKM

    @Karsten: Das ist psychosomatisch bedingt......

    @Alfred: Klettere weiter auf die Berge!

    DU brauchst Dir keine Gedanken über den Deutschen Amateurfunkdienst machen!

    Kümmere Dich besser um AUSTRIA, die warten nur auf deine Ideen!

    Es gibt genug Leute, die 3 Tage vor der bedingungslosen Kapitulation immer noch unerschütterlich an den Sieg glauben! (Immerhin werden sie allmählich ein bisschen "unrund"...)

    So - und jetzt wieder zurück auf die Sachebene!

    73, Alfred, OE5AKM

    Natürlich gibt es keine Insel der Glückseeligen..

    Ich interpretiere das einmal so: Wenn DL den Schutz der Afu-Frequenzen durchzieht und anderswo geht es weiter wie bisher (also mit deutlicher Tendenz zur Verschlimmerung), dann ist es zumindest mit dem weltweiten KW-Verkehr theoretisch und praktisch irgendwann vorbei. Egal, ob ich jetzt auf einer Insel der Glückseligen sitze oder nicht.

    Was dann?

    73, Alfred, OE5AKM

    Angenommen, der Amateurfunkverkehr wäre in DL bestens gegen Störungen geschützt und anderswo liefe die HF-Verseuchung weiter wie bisher - also progredient. Was würde das für unser Hobby insgesamt bedeuten?

    73, Alfred, OE5AKM