Einigen Nutzern gefiel der Klang unseres SVXLink-Repeaters DB0TEN nicht. Alles wäre ein wenig muffig, die hohen Töne würden fehlen. Im Vergleich mit einer Direktverbindung konnte das auch bestätigt werden. Es war zwar nicht dramatisch, aber doch hörbar. Eine Überprüfung von Preemphasis und Deemphasis ergab keine Überraschungen. Also musste ein anderer Weg gefunden werden, um Abhilfe zu schaffen.
Ich erinnerte mich daran, dass Michael DK5HH schon mal über dieses Thema geschrieben hatte. Und tatsächlich: Im Vortrag „Aus der Hexenküche der SVXLink-Entwicklungen“ (Interradio 2013) fand sich neben der Beschreibung eines NF-Kompressors auch ein Hinweis auf einen Equalizer. Anlässlich der HamRadio 2014 hat Michael seinen Vortrag überarbeitet und erweitert:
http://homepages.hs-bremen.de/~hartje/pub/20…twicklungen.pdf
Zum erfolgreichen Einsatz des NF-Kompressors gibt es bereits einen Beitrag hier im Forum:
http://forum.svxlink.de/viewtopic.php?f=4&t=157
Also frisch ans Werk:
Zunächst erweitert man als root die Bibliothek der LADSPA-Plugins.
Das kann je nach Qualität der Internetverbindung eine Weile dauern.
Anschliessend ist im Heimatverzeichnis noch eine Datei „.asoundrc“ zu erstellen. Man beachte den Punkt vor dem Dateinamen, da es sich um eine versteckte Datei handelt!
Ich habe das so gemacht:
Der Inhalt der Datei lautet:
ctl.equal { type equal;}pcm.plugequal { type equal; # Modify the line below if you don't # want to use sound card 0. slave.pcm "plughw:0,0";}pcm.equal { type plug; slave.pcm plugequal;}# Usage:# $ alsamixer -D equal
Das habe ich mir nicht selber ausgedacht, sondern aus einem Wiki zu ALSA übernommen.
Die Datei sichern und den Editor verlassen.
Übrigens: Falls svxlink nicht als root läuft, muss man .asoundrc im Heimatverzeichnis des Users anlegen, mit dem svxlink betrieben wird.
Sicherheitshalber sollte man das Alsa-Soundsystem wie folgt neu starten, um möglichen Fehlern auf die Spur zu kommen:
Der Aufruf des Equalizers erfolgt so:
Einstellung und Bedienung funktionieren sinngemäss wie beim normalen Alsa-Mixer.
Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Beitrag „Erfahrungen mit dem NF-Kompressor“.
Tipp:
Mit der Taste F6 >Soundkarte kann man vom Equalizer zum Mixer umschalten. Um vom Mixer wieder zurück zum Equalizer zu kommen, wählt man mit F6 den Gerätenamen aus und gibt dort „equal“ ein.
Parameter:
Wenn man keine anderen Möglichkeiten hat, bietet sich der SVXLink-Papagei zum testen an. Ich habe zunächst den Bereich um 2 und 4 kHz um 6 dB angehoben, was schon zu einem merklich verbesserten Klangbild führte. Der muffige Klang war weg. Ein leises Netzbrummen verschwand vollständig, nachdem ich den Regler bei 30 Hz herunter gezogen hatte. Auch hier sollte man geduldig mit den Reglern spielen, bis man zufrieden ist. Wer die Regler sehr weit aufzieht, provoziert möglicherweise Verzerrungen. Dann muss man den Capture-Regler im normalen alsamixer etwas reduzieren. Auch hier gilt: Testen, testen, testen.
Wichtig:
Wenn man den Equalizer verstellen möchte, muss man ein schreibgeschütztes Filesystem erst beschreibbar machen. Sonst scheitert der Aufruf des Equalizers. Bei Voyage-Linux geht das mit dem Befehl „remountrw“. Nachdem man seine Einstellungen gemacht hat, kann man das Filesystem mit „remountro“ wieder schützen.
Praxis:
Man sollte sich keinen Illusionen hingeben. Einen vollkommen natürlichen und schönen Klang mit den von uns eingesetzten Funkgeräten gibt es nicht. Verständlichkeit ist wichtiger. Und die bekommt man mit der Kombination aus Alsa-Kompressor und Alsa-Equalizer sehr gut hin.
Was will man mehr?