SvxLink & Notfunk?

  • hallo,

    Da ich mit SvxLink erst am Anfang stehe fehlen mir noch das KnowHow um die Einsatzmöglichkeiten von SvxLink im Notfunk sicher beurteilen zu können. Deshalb möchte ich Euch als "alte Hasen" dazu einige Fragen stellen und eine Diskusion zum Thema "SvxLink & Notfunk" anstossen.

    In Not und Krisensituationen muss man davon ausgehen das fast die komplette Infrastruktur für längere Zeit ausfällt. Der Ansatz des Notfunks ist da dann diese Lücken in der Komunikation mit dem Amateurfunk zumindest teilweise zu schliessen.

    Dazu wurden in den letzten Jahren einige Konzepte entwickelt und in Notfunkübungen usw. erprobt. Neben dem klassischen Sprechunk hat WinLink auf Kurzwelle ( und jetzt so langsam auch auf UKW) im Notunk eine grosse Bedeutung. Das HamNet ist auch interessant. Wobei sich da die wichtige Frage stellt wie robust das HamNet bei einem länger andauernden Stromausfall ist.

    Bei regionalen Sprechfunkverbindungen setzt man im Notfunk auf analoge Direktverbindungen. Um nun im Notfall eine Region ( Landkreis, Stadt usw.) mit einem Sprechfunknetz zu versorgen verwendet man neben Direktverbindungen auch klassische Relais mit Notstromversorgung bzw. dafür extra aufgebaute (portable) analoge Cross-Band-Repeater.

    Jetzt stellt sich die Frage ob man mit SvxLink in solchen Notsituationen auch sinnvoll einsetzen kann und - wichtig - das dann gegenüber den bisher gebräuchlichen Techniken Vorteile bringt.

    Dazu mal folgende Eckpunkte:

    - autarke Stromversorgung
    - kein Internet (!)
    - HamNet fällt auch aus bzw. ist nur mit einigen Teilabschnitten (einzelne Inselnetzsegmente bzw. einzelne Linkstrecken) verfügbar
    - die Notfunkfunker arbeiten mit gebräuchlichen Funkgeräten ( also kein D-Star, DMR o.Ä.)

    Die Aufgabe ist nun ein Sprechfunknetz das eine Region ( oder Stadt usw. ) abdeckt aufzubauen und zu betrieben.

    Bisher hätte ich da - falls kein autarkes notstromversorgtes Relais zur Verfügung steht - ein Cross-Band-Repeater auf einen Berg gestellt.


    nun meine Fragen an Euch:

    Cross-Band-Repeating

    - macht es Sinn diesen Cross-Band-Repeater durch einen SysLink-Knoten zu ersetzen?

    Es geht da jetzt nur um die Repeater-Funktion. Zunächst mal noch ohne Anbindung an ein Netz.

    - Bringt das SvxLink gegenüber einem Twin-Bander mit eingebauter Cross-Band-Repeaterfunktion oder zwei Funkgeräte die entsprechen zusammengeschaltet sind Vorteile?

    - welche zusätzliche Funktionalitäten von SvxLink könnten bei dieser Konstellation für den Notfunk sinnvoll sein?


    Vernetzung

    Gegenüber den klassischen Relais-Lösungen hat ja SvxLink beim Thema Vernetzung die Nase weit vorne ;)

    Dabei kann man aber nicht auf das Internet setzen. HamNet ist ein "eigenes" Netz. Da müssen aber die Notstromfähigkeit der Knoten gesichert sein.

    - ist es möglich in einer Region eine "Insel" so vorzubereiten das ausgewählte HamNet-Knoten mit Notstromversorgung SvxLink-Zugänge innerhalb dieser Insel verbinden und man darüber dann ein Sprechfunknetz betreiben kann?


    Notfunk & SvxLink

    Gibt es rund um SvxLink weiter Apspekte die für den Notfunk interessant sein könnten?


    Ich freue mich jetzt auf eine rege Diskussion und viele Anregungen usw.

    mni tnks im Voraus

    73 de Jürgen, DL8MA

  • ergänzende Frage:

    wenn ich zwei SvxLink-Repeater miteinander verbinden möchte dann brauche ich doch zwingend eine Datenverbindung übers Internet oder HamNet?

    oder gibt es da Alternativen?

    73 de Jürgen, DL8MA

  • Hallo Jürgen,

    ich denke, dass SvxLink für Notfunkanwendungen im Gegensatz zu den bestehenden DV-Systemen besser geeignet ist, da es notfalls eben auch ohne Internetverbindungen auskommt.

    Wir haben unser lokales SvxLink-Netz komplett über HAMNET-Verbindungen realisiert. Wenn man nun die einzelnen HAMNET-Knotenpunkte mit einer Notstromversorgung versehenen würde, wäre man (fast) völlig unabhängig. Allerdings muss man sich bewusst sein (daher das "fast"), dass manche HAMNET-Verbindungen derzeit über das Internet getunnelt werden, da der Ausbau noch nicht flächendeckend genug ist. Hier besteht also noch Handlungsbedarf.

    Ein SvxLink-Knoten auf Rasberry-Basis sowie die erforderlichen HAMNET-Komponenten sind sehr stromsparend. Daher finde ich, dass gerade das HAMNET für Notfunkanwendungen sehr gut geeignet sein könnte. Und fällt mal ein Knoten/Link/Tunnel etc. aus, geht es lokal meist trotzdem noch.

    Hinzu kommt, dass SvxLink/SvxServer sehr einfach zu bedienen ist. Auf Userseite reicht ein ganz einfaches FM-Funkgerät aus. Es ist also zum Funken keine besondere Hardware und auch kein Laptop und kein Programmierkabel erforderlich, hi.

    BTW: Für Notfunkzwecke könnte auch die HAMNET-Telefonie sehr interessant sein. Ist ebenfalls völlig dezentral organisiert und kinderleicht zu bedienen. Denn den Hörer in die Hand nehmen und eine Telefonnummer wählen kann eigentlich jeder. Ist aber ein Thema, welches nicht direkt hier ins SvxLink-Forum gehört.

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Quote from DL8MA

    wenn ich zwei SvxLink-Repeater miteinander verbinden möchte dann brauche ich doch zwingend eine Datenverbindung übers Internet oder HamNet?


    Es bestehen mehrere Möglichkeiten:

    - Man kann zwei SvxLink-Repeater über das Internet miteinander verbinden
    - Man kann zwei SvxLink-Repeater über das HAMNET miteinander verbinden
    - Man kann zwei SvxLink-Repeater über das HAMNET+Internet miteinander verbinden
    - Man kann zwei SvxLink-Repeater auch über eine beliebige andere IP-Verbindung miteinander verbinden (z.B. "normales" WLAN)

    Die Tatsache, das IP-Verbindungen zur Vernetzung eingesetzt werden, macht das Ganze ja gerade so schön flexibel, einfach und auch relativ unabhängig.

    Es geht aber auch über die klassische "Monitoring-Funktion": Die Repeater empfangen dabei jeweils die Ausgabe des anderen Repeaters. Dies ist ggf. sogar mit einem einfachen DVBT-Stick möglich.

  • hallo,

    Quote from DL3DCW


    Es bestehen mehrere Möglichkeiten:

    - Man kann zwei SvxLink-Repeater über das Internet miteinander verbinden
    - Man kann zwei SvxLink-Repeater über das HAMNET miteinander verbinden
    - Man kann zwei SvxLink-Repeater über das HAMNET+Internet miteinander verbinden
    - Man kann zwei SvxLink-Repeater auch über eine beliebige andere IP-Verbindung miteinander verbinden (z.B. "normales" WLAN)

    von diesem Möglichkeiten kommt dann für den Notfunk eigentlich nur ein "gehärtetes" HamNet in Frage

    Quote

    Die Tatsache, das IP-Verbindungen zur Vernetzung eingesetzt werden, macht das Ganze ja gerade so schön flexibel, einfach und auch relativ unabhängig.


    richtig - aber eine IP-Verbindung ist doch etwas aufwendig. Entweder muss ich die vorhande entsprechend "härten". Was beim Internet nicht geht und beim HamNet gut geplant und umgesetzt sein muss. Das kann dann doch aufwendig sein. Dazu kommt beim HamNet die Notwendigkeit von Sichtverbindungen.

    Quote

    Es geht aber auch über die klassische "Monitoring-Funktion": Die Repeater empfangen dabei jeweils die Ausgabe des anderen Repeaters. Dies ist ggf. sogar mit einem einfachen DVBT-Stick möglich.

    hm - das wäre eine notfunktauglichere Variante.

    hab ich das richtig kapiert:

    ich kann mehrere SvxLink-Repeater über eine zusätzliche "Link-QRG" so verknüpfen das eine Aussendung die von einem Knoten empfangen wird gleichzeitig auf allen anderen SvxLink-Repeater ausgesendet wird?

    Also im Grund das Prinzip eines Gleichwellennetzes.

    wobei man mit einfachen Amateurmitteln die Gleichwelle an sich nicht so einfach realisieren kann.

    Wenn man aber jedem SvxLink-Repeater eine eigene QRG spendiert umgeht man die Notwendigkeit der Synchronisation der Sender.

    Wäre dann so eine Konstellation möglich:

    1. SyvLinkRepeater 2m-QRG1
    2. SyvLinkRepeater 2m-QRG2
    3. SyvLinkRepeater 2m-QRG3
    ...
    alle Repeater sind dann über eine 70cm-QRG verbunden.

    Wenn ein Repeater was empfängt wird das über 70cm an die anderen weitergeleitet und die senden es dann auch gleichzeigt auf ihren jeweiligen QRGs aus

    => Gleichwelle für Arme ;)

    könnten man auch als "Ungleichwelle" bezeichnen ;)

    Wenn man das so realisieren kann hätten wir eine Technik die relativ einfach bei Bedarf zu installieren und zu betreiben ist. Total unabhängig von anderen Netzen.

    Der Aufwand für die Vernetzung hält sich auch in Grenzen. Es sind zwischen den SvxLink-Repeater keine Sichtverbindungen notwendig. Da reichen 70cm-Rundstrahler oder Richtantennen um die Vernetzungen aufzubauen. Damit kann man auch ein Sprechfunknetz bei Bedarf schnell aufbauen und in Betrieb nehmen.

    => bin ich mit meine Ausführungen jetzt auf dem Holzweg oder hab ich das jetzt richtig kapiert?

    73 de Jürgen, DL8MA

  • Hallo Jürgen,

    ja, ganz gleich welche IP-Verbindung man benutzt, sie muss natürlich "gehärtet", also z.B. mit Notstrom versorgt sein. Beim Internet haben wir keinen Einfluss darauf, beim HAMNET aber schon deutlich mehr, da es eben "unser Netz", also das Netz der Funkamateure ist.

    Oder man vernetzt die beteiligten Repeater direkt über eigene IP-Verbindungen und ggf. ohne Anschluss und ohne Beteiligung des HAMNETs. Macht das Ganze aber nicht mehr so flexibel. Wenn Sichtverbindung zwischen den Repeatern besteht (es muss aber zum Glück nicht jeder Repeater jeden sehen können), braucht man an den Standorten nur eine zusätzliche WLAN-Antenne. Da die Relais-Standorte ja sowieso über eine Notstromversorgung verfügen, wird die Antenne dann ebenfalls darüber versorgt. Besteht irgendwo keine Sichtverbindung, wären ggf. auch (mobile) Zwischenstandorte denkbar.

    Ohne IP-Verbindung muss man dann auf die klassische Vernetzung (Monitoring, Linkverbindungen etc.) zurückgreifen. Ich selbst finde jedoch die IP-Sache irgendwie flexibler und einfacher. Denn beim Monitoring oder klassischer Verlinkung sind immer weitere Empfänger, ggf. zusätzliche Sender und auch Antennen sowie vermutlich zusätzliche Filter erforderlich. Das macht das Ganze irgendwann unübersichtlich, vor allem, wenn die Anzahl der zu vernetzenden Repeater steigt. Softwaremäßig auch nicht ganz ohne, denn es müssen ggf. Mechanismen zur Vermeidung von Rückkopplungen eingebaut werden.

    Zu Deinem Beispiel:

    Man bräuchte eventuell keine weiteren Linkfrequenzen (z.B. 70cm), wenn sich die Repeater alle gegenseitig hören können. Dann werden an jedem Relaisstandort zusätzliche Empfänger für die jeweils anderen Relais installiert, die auf der jeweiligen Ausgabefrequenz horchen. Gegebenenfalls könnte sogar ein DVBT-Stick dazu ausreichen. Allerdings muss man auf ausreichend Entkopplung (z.B. räumlich, durch Richtantennen und/oder zusätzliche Filter) achten. Denn die Empfänger dürfen ja nicht durch das eigene Sendesignal "zugestopft" werden. Ansonsten muss man zusätzliche Linkfrequenzen mit dem entsprechenden Aufwand verwenden. Aber es wird dadurch meiner Meinung nicht gerade einfacher.

    Vielleicht sollte und muss man einfach einmal mehrere Lösungswege für ein bestimmtes Szenario (und auch Abweichungen davon) gegenüberstellen und vergleichen. Und vor allem auch in der Praxis testen. Denn die Theorie ist ja nur eine Seite der Medaille ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • hallo,

    Quote from DL3DCW

    Hallo Jürgen,

    ja, ganz gleich welche IP-Verbindung man benutzt, sie muss natürlich "gehärtet", also z.B. mit Notstrom versorgt sein. Beim Internet haben wir keinen Einfluss darauf, beim HAMNET aber schon deutlich mehr, da es eben "unser Netz", also das Netz der Funkamateure ist.


    da muss man zwei Varianten betrachten:

    # ein vorbereitetes Sprechfunknetz

    als ein Sprechfunknetz mit mehreren SvxLink-Repeater die übers HamNet miteinander verbunden sind. Da kann man das Teil-HamNetz das man für die Vernetzung der SvxLink-Repeater benötigt im Vorfeld in Ruhe planen und entsprechend aufbauen. Z.B. mit Akkus, Solarzellen usw. Wobei man bei den Standorten der Repeater bzw. Echolink-Zugängen immer den jeweiligen HamNet-Zugang berücksichtigen muss.

    Das ist momentan z.B. hier im Grossraum Stuttgart teilweise schwierig bzw. gar nicht machbar :( Das HamNet ist hier leider noch nicht gut ausgebaut.

    Wäre aber die optimale Variante. Vor allem kann so ein Netz täglich für den Amateurfunk genutzt werden. Ich gebe da die Hoffnung nicht auf ;)

    # ein "portables" Sprechfunknetz

    Wird bei Bedarf aufgebaut. Die Netzabdeckung steht im Vorfeld nicht fest. Die Standorte sind (teilweise) improvisiert. Also richtig "notfallmässig" ;) Also im Grunde so wie bei den Konzepten mit Cross-Band-Repeater die auch nur bei Bedarf aufgestellt werden.

    Da wird es schwierig bis nahezu unmöglich eine Vernetzung mit HamNet-Technik zu realisieren. Die wäre mit der "analogen" Vernetzung möglich.

    Quote

    Oder man vernetzt die beteiligten Repeater direkt über eigene IP-Verbindungen und ggf. ohne Anschluss und ohne Beteiligung des HAMNETs. Macht das Ganze aber nicht mehr so flexibel. Wenn Sichtverbindung zwischen den Repeatern besteht (es muss aber zum Glück nicht jeder Repeater jeden sehen können), braucht man an den Standorten nur eine zusätzliche WLAN-Antenne. Da die Relais-Standorte ja sowieso über eine Notstromversorgung verfügen, wird die Antenne dann ebenfalls darüber versorgt. Besteht irgendwo keine Sichtverbindung, wären ggf. auch (mobile) Zwischenstandorte denkbar.


    Das wäre eine Option. Die aber stark von der Topographie abhängig ist. In einigen Gegenden von Württemberg wie z.B. der Schwarzwald ist so was trotzdem sehr schwierig realisiertbar.

    Quote

    Ohne IP-Verbindung muss man dann auf die klassische Vernetzung (Monitoring, Linkverbindungen etc.) zurückgreifen. Ich selbst finde jedoch die IP-Sache irgendwie flexibler und einfacher.


    ich denke die klassiches ( = analoge ) Vernetzung ist eine wichtige Variante die im Notfunk gebraucht wird. Auch wenn via IP-Verbindung man flexibler ist und es da dann mehr Möglichkeiten gibt.

    Quote

    Denn beim Monitoring oder klassischer Verlinkung sind immer weitere Empfänger, ggf. zusätzliche Sender und auch Antennen sowie vermutlich zusätzliche Filter erforderlich. Das macht das Ganze irgendwann unübersichtlich, vor allem, wenn die Anzahl der zu vernetzenden Repeater steigt. Softwaremäßig auch nicht ganz ohne, denn es müssen ggf. Mechanismen zur Vermeidung von Rückkopplungen eingebaut werden.

    deshalb hab ich bewusst die Möglichkeit mit mehreren QRGs in zwei Afu-Bändern gewählt.

    Quote

    Zu Deinem Beispiel:

    Man bräuchte eventuell keine weiteren Linkfrequenzen (z.B. 70cm), wenn sich die Repeater alle gegenseitig hören können.


    richtig - die Link-Empfänger senden und empfangen auf einem anderen Band als die Zugänge. Daher die Aufteilung 70cm/2m.

    Ich kenne und arbeite schon seit vielen Jahren mit einer 4m-Gleichwelle bei der Feuerwehr. Dort wird das Prinzip der analogen Vernetzung auch angewandt:

    - Relais-QRG im 4m-Band
    - Vernetzung erfolgt im 70cm-Band

    Alles was ein 4m-Empfänger aufnimmt wird über die analogen 70cm-Linkstrecken auf an die anderen Relaisstandorte übertragen und zeitgleich dort auf 4m ausgesendet.

    Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Gleichwellensytem der BOS und einem analog vernetzten SvxLink-Sprechfunknetz ist der Verzicht auf die Gleichwelle. Man muss dabei dann n + 1 QRGs nutzen umgeht aber dabei den Aufwand der man mit der Synchronisation der Sender betreiben müsste.

    Daher "Un-Gleichwelle" ;)

    Bei ad-hoc aufgebauten Sprechfunknetzen ist das mit den QRGs eigentlich kein Problem. Wir haben da genug QRGs im 70cm und 2m-Bereich die wir im Notfall (und bei Betriebstests bzw. Übungen) ohne Vorlauf nutzen können.

    Quote

    Dann werden an jedem Relaisstandort zusätzliche Empfänger für die jeweils anderen Relais installiert, die auf der jeweiligen Ausgabefrequenz horchen. Gegebenenfalls könnte sogar ein DVBT-Stick dazu ausreichen. Allerdings muss man auf ausreichend Entkopplung (z.B. räumlich, durch Richtantennen und/oder zusätzliche Filter) achten. Denn die Empfänger dürfen ja nicht durch das eigene Sendesignal "zugestopft" werden. Ansonsten muss man zusätzliche Linkfrequenzen mit dem entsprechenden Aufwand verwenden. Aber es wird dadurch meiner Meinung nicht gerade einfacher.


    Die Empfänger der analogen Verlinkung müssen nicht auf verschiedene QRGs der anderen Repeater hören. Es reicht wenn die Verlinkung über eine eigene einzelne QRG ( = Link-Frequenz ) erfolgt.

    Die zusätzliche Link-Frequenz bringt den Vorteil das man den anderen Empfänger an dem selben Standort nicht zustopft. Wenn man alles (Userzugang und Linkstrecke) im selben Band realsieren würde dann wäre das mit dem Zustopfen ein grosses Problem. Man kann sogar den Antennenaufwand auf eine Duoband-Antenne reduzieren. Über ein Duplexer werden die Funkgeräte für den Userzugang auf 2m und die analogen Linkstrecke auf 70cm an diese Antenne angeschlossen.

    Quote

    Vielleicht sollte und muss man einfach einmal mehrere Lösungswege für ein bestimmtes Szenarien gegenüberstellen und vergleichen. Und vor allem auch in der Praxis testen. Denn die Theorie ist ja nur eine Seite der Medaille ...

    Wenn das mit der analogen Linkstrecke von SvxLink unterstützt wird und die Einrichtung der Software dafür kein unüberwindbares Hindernis ist werde ich hier mal damit experimentieren und Erfahrung sammeln.

    73 de Jürgen, DL8MA

  • Hallo Jürgen,

    ganz kurz von meiner Seite ein paar Punkte.
    Vorab zum Verständnis: wenn ich Netzwerk schreibe meine ich absolut alles was irgendwie IP-basiert ist (Hamnet, DSL, Glasfaser, UMTS, PPP per ISDN, ...):

    1)
    - es gibt in Svx implemntierte HF-Uplink-Softwaremodule, d.h. eine Soundkarte an einen weitern Link-RX / Link-TX welcher auf einem anderen Relais monitored oder einen Simplex/Duplex-Link zu einem anderen Relais bereitstellt
    - diese Uplinks sind steuerbar per DTMF oder Netzwerk, Internet ist hier nicht erforderlich

    2)
    - Du kannst bei SvxLink Voten, d.h. verschiedene RX'e des selben oder unterschiedlicher Frequenzen/Bänder zusammenschalten, der jeweils stärkste wird auf den TX geschaltet. Anbindung ebenfalls lokal über mehrere RXe, per HF-Uplink oder Netzwerk möglich

    3)
    - Es gibt Multi-TXe, d.h. ein oder mehrere RX-Audiostreams können auf mehrere TXe aufgeschaltet und somit verteilt werden.

    4)
    - So lange noch Netzwerk vorhanden ist kann man über SvxLink-gesteuerte Relais Wetterwarnungen ausgeben lassen. Das hatte ich schon vor einigen Jahren mal implementiert: Unwetterwarnungen vom DWD kommen per eMail auf die Station und werden vorgelesen so das zumindest vor dem Supergau Infos zur Verfügung stehen
    - diese Funktion ist prinzipiell auch ausbaubar, z.B. offizielle eMail von Pol, KatS erzeugt entsprechende Audioausgaben

    5)
    - Es gibt bei Bedarf eine QSO-Aufzeichnung, welche im Nachhinein die Vorgänge ausgewerten helfen können

    6)
    - in SvxLink bereits implementierte Selektivruffunktionen (z.B. Alarmierung über ZVEI vor wichtigen Sprachdurchsagen), geht bei RX und TX

    Vieles geht ohne Netzwerk, Du mußt Die eben überlegen wie Du wenn keine Richtfunkstrecke verfügbar ist, eine Entfernung von mehreren km überbrücken möchtest. Wobei mir nicht so ganz klar ist, warum Richtfunkstrecken (die neuen Dinger brauchen 6-8W) zusammenbrechen sollten, während TXe mit bis zu 25W das nicht tun. Ich würde doch die Richtfunkstrecken mit über den Notstrom versorgen.
    Ich gebe ehrlich zu: ich bin kein Freund vom "monitoring". Ein analoges Signal wird eben nicht besser wenn es durch weitere analoge Systeme geschleift wird. An der ersten Stelle digitalisieren, dann verliert es nicht mehr an Qualität.

    vy 73s de Adi / DL1HRC

  • Hallo Adi,

    danke für die Auflistung. Du hast allerdings mein Lieblingsspielzeug, den SvxServer vergessen, hi. Damit wird so manches weiter vereinfacht.

    Ansonsten sehe ich das genauso wie Du. Ich würde meine Bemühungen auch lieber in die Aufrechterhaltung der für den Betrieb erforderlichen IP-Verbindungen stecken. Warum sollte z.B. eine NanoStation (braucht im Normalbetrieb deutlich weniger als 5W) für die Verlinkung viel schlechter als ein "normales" Funkgerät sein? Einziges Argument wäre eventuell die erforderliche Sichtverbindung wegen des Frequenzbereiches (13cm, 6cm etc.). Aber einen eventuell erforderlichen Zwischenstandort kann man mit gleicher Technik ebenfalls recht einfach installieren. Notfalls eine tragbare Kiste mit Akku und Mast an geeigneter Position.

    Auch die Konfiguration ist via IP (z.B. unter Verwendung des SvxServer) deutlich einfacher als beim analogen Monitoring. Vor allem bei mehreren Standorten. Man verliert dann nämlich sehr schnell den Überblick ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • hallo,

    Quote from DL3DCW

    Ansonsten sehe ich das genauso wie Du. Ich würde meine Bemühungen auch lieber in die Aufrechterhaltung der für den Betrieb erforderlichen IP-Verbindungen stecken. Warum sollte z.B. eine NanoStation (braucht im Normalbetrieb deutlich weniger als 5W) für die Verlinkung viel schlechter als ein "normales" Funkgerät sein? Einziges Argument wäre eventuell die erforderliche Sichtverbindung wegen des Frequenzbereiches (13cm, 6cm etc.). Aber einen eventuell erforderlichen Zwischenstandort kann man mit gleicher Technik ebenfalls recht einfach installieren. Notfalls eine tragbare Kiste mit Akku und Mast an geeigneter Position.

    Auch die Konfiguration ist via IP (z.B. unter Verwendung des SvxServer) deutlich einfacher als beim analogen Monitoring. Vor allem bei mehreren Standorten. Man verliert dann nämlich sehr schnell den Überblick ...


    im Grunde hast du recht.

    ABER:

    es gibt bei Notfunkanwendungen ein Kriterium das die Wahl der Technik stark beeinflusst:

    die Einschränkungen die die Topographie für die Linkstrecken bringt :(

    Im Grunde gibt es die Anforderung das man bei Bedarf die Station(en) frei relativ frei platzieren können muss. Und das ist bei den Richtfunkstrecken die man für die IP-Verbindungen benötigt immer ein Problem.

    Daher meine Anforderung an eine "analoge" Verlinkung.

    Quote from dl1hrc

    Vieles geht ohne Netzwerk, Du mußt Die eben überlegen wie Du wenn keine Richtfunkstrecke verfügbar ist, eine Entfernung von mehreren km überbrücken möchtest. Wobei mir nicht so ganz klar ist, warum Richtfunkstrecken (die neuen Dinger brauchen 6-8W) zusammenbrechen sollten, während TXe mit bis zu 25W das nicht tun. Ich würde doch die Richtfunkstrecken mit über den Notstrom versorgen.

    Das mit der Stromversorgung für die Linkstrecken ist lösbar. Wenn aber die Topographie ein Strich durch die Rechnung macht muss ich eine Alternative verwenden die doch noch eine Verlinkung ermöglicht.

    Quote

    Ich gebe ehrlich zu: ich bin kein Freund vom "monitoring". Ein analoges Signal wird eben nicht besser wenn es durch weitere analoge Systeme geschleift wird. An der ersten Stelle digitalisieren, dann verliert es nicht mehr an Qualität

    Bei meinen noch nicht ausgegorenem und getestetem Konzept würde das so aussehen:

    [Blocked Image: http://www.dl8ma.de/notfunk/svxlink/b/sprechfunknetz1.jpg]

    Es wäre ein Versuch wert diese Variante mal auszuprobieren. Ich denke die Signalpfade für das Analogsignal dürften beherrschbar sein.

    Quote from DL3DCW

    danke für die Auflistung. Du hast allerdings mein Lieblingsspielzeug, den SvxServer vergessen, hi. Damit wird so manches weiter vereinfacht.

    Mit dem SvxServer hab ich mich noch nicht eingehend beschäftigt.

    könnte man damit meine Idee eleganter umsetzen?

    73 de Jürgen, DL8MA

  • Hallo Jürgen,

    ja, ich verstehe die Problematik, dass in bestimmten Fällen die Topografie sehr erschwerend sein kann. Da sind Richtfunkverbindungen auf den hohen Frequenzen natürlich schlecht oder auch gar nicht geeignet. Die IP-Geschichte kann also immer nur eine Option bzw. Ergänzung für ein Notfunkkonzept sein. Eben dort, wo es funktioniert. Da der SvxServer ebenfalls auf IP-Verbindungen basiert, scheidet das also auch aus.

    Dein vorstehend skizziertes Konzept ist als Alternative so auf jeden Fall machbar. Das sollte mit SvxLink sehr einfach zu lösen sein ...

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • hallo,

    Quote from DL3DCW

    Dein vorstehend skizziertes Konzept ist als Alternative so auf jeden Fall machbar. Das sollte mit SvxLink sehr einfach zu lösen sein ...


    ich muss da mal zurückrudern. Das von mir aufgezeigte Konzept hat einen Denkfehler :(

    Es funktioniert schon. Hat aber den Nachteil das sich ein Teil der Notfunker die sich im Bereich des selben Repeaters befinden u.U. gar nicht hören können und sich damit auch nicht unterhalten können :(

    => man braucht da anstatt einem Simplex-Zugang ein Crossband-Repeater mit SvxLink.

    Und dann hat man das Problem das einem die Bänder ausgehen. Man bräuchte drei :-()

    => dann kann man doch wieder eine HamNet-Linkstrecke nehmen

    [wenn das mit den Bergen nicht wäre]

    da muss ich noch weitergrübeln ...

    73 de Jürgen, DL8MA

  • Hi Jürgen,

    die Frage am Anfang sollte meiner Meinung nach sein, was willst Du damit eigentlich bedienen (Aufgabenstellung) und was steht Dir denn grundsätzlich an Technik als Endgeräte zur Verfügung?
    Die meiner Meinung nach beste Variante wäre immer eine kleine lokale Relaisstation mit einem Uplink zu anderen Einsatz-Abschnitten, so nenne ich sie mal. Also z.B. UEAL in A-Stadt mit UEAL in B-Stadt und Uplink zur EAL in C-Stadt.

    Damit kommst Du bei den Endgeräten in den räumlich getrennten Abschnitten mit einer einfachen Technik (70cm Handfunkgerät und Ablage) aus. Der Aufwand steigt dann natürlich bei den Relaisstationen was ich allerdings als vertretbar erachte, da man davon ja nun nicht unendlich viele benötigt. Wechselt ein Helfer von A nach B muß er nur einen Kanal weiterschalten (im Idealfall).
    Der Vorteil ist hierbei, dass sich auch die lokalen immer hören und der Funkverkehr eines lokalen Abschnitts zu einem weiteren Abschnitt übertragen werden kann.

    Wie Du diesen Verbund realisierst ist dann Frage Nr 2. Das kann im günstigsten Fall eine Richtfunkstrecke sein, eine Telefonleitung (z.B. vom THW gezogen) oder eine 2m-Linkverbindung, je nachdem was eben gerade da ist. Lösungen sollten sich hierbei finden lassen.

    vy 73s de Adi / DL1HRC + DN6THW :D

  • Quote from DL8MA

    Das von mir aufgezeigte Konzept hat einen Denkfehler


    Das wäre eigentlich meine nächste Frage gewesen: Du hast Repeater (=duplex) eingezeichnet, aber Simplex-Frequenzen eingetragen ;-).

    Am meisten Sinn macht in diesem Fall - so wie Du weiter unten dann ja dann auch beschrieben hast - die Verwendung von Repeatern auf beiden Seiten. Eben damit man sich auch über die lokalen Repeater unterhalten kann.

    Wenn die Sendefrequenzen der beiden 70cm-Repeater nicht allzu nah beisammen liegen, könnte eventuell das klassische Monitoring-Verfahren eingesetzt werden. Jeder Repeater bekommt dazu einen zweiten Empfänger, der die Ausgabe des jeweils anderen Repeaters empfängt. Den Rest macht dann SvxLink.

    In wie weit sich als Zweitempfänger vielleicht sogar DVBT-Sticks eignen, müsste man mal ausprobieren. Der RX darf jedenfalls nicht durch das eigene Sendesignal zugestopft werden. Einfacher wäre es dabei, einen Repeater auf 2m und den anderen auf 70cm zu betreiben. Das wäre vermutlich das Setup mit dem geringstem Aufwand.

    Wenn weitere Repeater dazukommen, wird aber leider nicht einfacher, hi. Für ein möglichst flexibles Setup landen wir also immer irgendwie wieder bei den IP-Verbindungen zwischen den einzelnen Repeatern. Es sei denn, jemand hat noch einen anderen Ansatz in der Schublade. Denn manchmal sieht man ja auch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr ...

  • Quote

    Also vielleicht so etwas wie unten abgebildet?

    Genau :D Eine sehr schöne Sache! Dann noch eine Sektorantenne in Richtung Einsatzort angeschlossen und nach 20km kann die selbe Frequenz wieder verwendet werden ;)

    vy 73s de Adi / DL1HRC

  • Noch mal nachgefragt:

    Wenn in den jeweiligen Einsatzgebieten Repeater (also Relaisfunkstellen) aufgebaut werden, dann wird man diese ja sinnvollerweise an möglichst guten Standorten und nicht gleich im Keller des Landratsamtes errichten, hi. Durch geschickte Auswahl der Standorte wird man somit also vielleicht doch recht häufig eine IP-Verbindung zwischen den Standorten herstellen können, da möglicherweise Sichtverbindung herrscht. Im schlimmsten Fall setzt man halt einen weiteren "Digipeater" dazwischen. Oder übersehe ich dabei vielleicht noch irgendetwas?

    Schönen Gruß
    Frank, DL3DCW

  • Nachtrag @Jürgen:
    Entwickelt ein einfaches Konzept für die Enduser (Funkamateure, THW-Helfer, FW, KatS) die mitarbeiten wollen. Das würde für mich bedeuten eine handvoll "normale" 70cm-Relaiskanäle und ein oder zwei Direktfrequenzen, die z.B. durch Rastschalter einfach zu bedienen sind (kommerzielle Geräte, bei Afu-Geräten eine Standard-Duplex-Ablage!). Gerade heute habe ich eine ganze Kiste GP900 für diesen Zweck für eine Behörde weitergegeben, die dann mit entsprechenden Relaiskanälen programmiert werden und überall gleich sind.
    Nichst ist schlimmer, als wenn sich die Einheiten und Helfer vor Ort erst mehrere Stunden über die Kanäle und den Mode usw. absprechen müssen.
    Bei einem Einsatz konnte ich die 30m entfernte FüSt der FW nicht erreichen weil die Menüstruktur der (M|H)RT's so kompliziert war, dass wir dann jemanden mit 'nem Zettel geschickt haben :oops:
    Komplizierte Ablagen, teilweise invers über zwei Bänder schaffen meiner Ansicht nach mehr Probleme als sie lösen. Ein Relais hingestellt und eingeschaltet ermöglicht sofort eine Verständigung in einem Einsatzgebiet. Die Vernetzung müssen dann die Notfunk-Sysops leisten und das vor allem ständig üben was heißt, es auch im normalen Amateurfunkleben ganz normal zu betreiben.
    Das ist aber nur meine bescheidene Meinung zu diesem Thema, allerdings auch ein wenig unterlegt mit den Erlebnissen aus der jüngeren Vergangenheit :o

    vy 73s de Adi / DL1HRC

  • Ja genau - keep it simple!

    Für den Fall, dass IP-Verbindungen eingesetzt werden können, kann man vielleicht überall die gleiche Technik und auch eine einheitliche Konfiguration verwenden. Das macht es nicht nur für die Helfer sondern auch für die Sysops vor Ort, die das Ganze ja aufbauen und betreiben müssen, wesentlich einfacher. Die fertig konfigurierten (Link-)Antennen dann beschriften sowie RJ45-Steckverbinder und Buchsen farblich markieren etc. und man braucht das Puzzle vor Ort nur noch zusammenzustecken. Zumindest theoretisch ;) ...

  • Quote from DL3DCW

    Wenn in den jeweiligen Einsatzgebieten Repeater (also Relaisfunkstellen) aufgebaut werden, dann wird man diese ja sinnvollerweise an möglichst guten Standorten und nicht gleich im Keller des Landratsamtes errichten, hi. Durch geschickte Auswahl der Standorte wird man somit also vielleicht doch recht häufig eine IP-Verbindung zwischen den Standorten herstellen können, da möglicherweise Sichtverbindung herrscht. Im schlimmsten Fall setzt man halt einen weiteren "Digipeater" dazwischen. Oder übersehe ich dabei vielleicht noch irgendetwas?


    volle Zustimmung. Wenn die Topographie es zulässt hat die IP-Verlinkung deutlich die Nase vorne!

    Ich muss halt da mehr vorplanen und die fertige Konzepte in der Schublade haben

    73 de Jürgen, DL8MA