Liebe SvxLink-Freunde,
an verschiedenen Stellen - u.a. ja auch hier im Forum - wurden schon öfters Gedanken über eine flexible Vernetzungsmöglichkeit von SvxLink-Systemen ausgetauscht. Hauptsächliche Intention dafür ist, ein möglichst unabhängiges, offenes, dezentrales und freies System zu schaffen. Welches also ohne Registrierung/Anmeldung auskommt, keine zentrale Infrastruktur (z.B. Verzeichnisserver) benötigt sowie keine (global agierenden) Betreibergruppen erfordert. Zudem sollen möglichst wieder mehr Funkverbindungen und weniger Internetverbindungen eingesetzt werden.
Adi, DL1HRC hat mit der Entwicklung des SvxServers bereits eine entscheidende Grundlage für ein solches System geschaffen. Im Moment werden dabei jedoch nur statische Verbindungen unterstützt auf die der User selbst also keinen Einfluss hat. Diese Möglichkeit soll nun mit dem „HamLink-Modul“ geschaffen werden. Damit können dann andere Stationen/Reflektoren (also z.B. Relaisverbünde) gezielt vom User ausgewählt werden.
Die Bedienung erfolgt dabei zunächst erst einmal fast genauso wie schon beim bekannten EchoLink-Modul. Nach Aktivierung wird via DTMF wird ganz einfach das Zielsystem angewählt und anschließend automatisch dorthin verbunden. Eine bestehende Verbindung kann via DTMF (#) natürlich auch getrennt werden. Ebenso wird mit dem gleichen Kommando das Modul wieder deaktiviert.
Es gibt jedoch zwei grundsätzliche Unterschiede gegenüber EchoLink: Zum einen bleibt eine gewählte Verbindung auch nach Deaktivierung des HamLink-Moduls weiter bestehen. Das Modul selbst wird also nur dazu benötigt, um das System mit einer anderen Station bzw. einem anderen „Reflektor“ zu verbinden. Analog zu DigitalVoice handelt es sich also um nichts anderes als um ein reines „Umlinken“. Parallel zu HamLink können auch weiterhin andere Module, wie z.B. EchoLink etc. benutzt werden.
Den zweiten Unterschied machen die erforderlichen „Node“-Nummern aus: Diese werden nicht zentral vergeben sondern leiten sich aus dem jeweiligen Rufzeichen ab. Mit Hilfe einer Zahlentastatur, auf der auch Buchstaben aufgedruckt sind, wird das Ziel dann ganz einfach direkt eingegeben: Buchstaben = Zifferntaste + Position des Buchstabens auf der Zifferntaste, Ziffern = Zifferntaste + 0. Siehe hier: https://www.oe2wnl.at/calltodtmf-voip.php
Beispiel: DB0TV = D (31) + B (22) + 0 (00) + T (81) + V (83) = 3122008183
Für beliebte Reflektoren sind auf dem jeweiligen System auch entsprechende Kurzwahlen denkbar. Eine Liste der eingerichteten Kurzwahlen würde dann ganz einfach via DTMF-Kommando abgerufen.
Technischer Hintergrund: Damit das Ganze ohne Registrierung/Anmeldung und zentrale Server etc. funktioniert verwenden die beteiligten Systeme IP-Adressen mit passendem DNS-Eintrag aus dem 44/8-Netz. Dieser Bereich steht uns Funkamateuren weltweit exklusiv zur Verfügung und ist genau für solche Zwecke gedacht. Stationen, die sich z.B. im HAMNET bewegen, haben bereits eine solche Adresse und brauchen nichts weiter zu tun. Die anderen Stationen müssen lediglich eine VPN-Verbindung einrichten. Dann wird die erforderliche Adresse nach dem Verbindungsaufbau automatisch zugewiesen.
Eine kleine Zusammenfassung der hier beschriebenen Gedanken gibt es übrigens unter http://www.hamserverpi.de/index.php?id=hamlink
Aktueller Stand: Der Schwerpunkt liegt im Moment erst einmal auf Schaffung der Grundfunktionen eines solchen Moduls. Dies wird daher zunächst nur recht rudimentär sowie „quick-and-dirty“ und ohne großen Komfort umgesetzt. Die Installation des Moduls soll zudem relativ einfach und ohne tiefere Eingriffe in bereits vorhandene und fertig kompilierte/installierte SvxLink-Systeme möglich sein. An den ersten Tests kann sich also ganz einfach jedermann beteiligen. Soweit zumindest die Theorie, hi.
Schönen Gruß
Frank, DL3DCW
P.S. Zur Verbesserung/Verfeinerung/Umsetzung des Ganzen werden noch Programmierer mit SvxLink-Erfahrung gesucht. Ich bin mir sehr sicher, dass hier im Forum perfekt geeignete OM‘s unterwegs sind … ![]()