Posts by Sigi

    Früher: Die Zulassungsurkunde als bewusst hochwertiges Dokument

    Die alte Zulassung war kein „einfaches Blatt Papier“, sondern ein gezielt gestaltetes Legitimationsdokument. Laut Amtsblatt (2005) hatte sie u. a.:

    • Sicherheitspapier mit Wasserzeichen
    • mehrsprachige Ausführung (DE/EN/FR)
    • personenbezogene Daten + Rufzeichen
    • Felder für amtliche Eintragungen
    • Dienstsiegel

    Das zeigt klar:
    Die Urkunde war auf Fälschungssicherheit, internationale Verwendbarkeit und sofortige Erkennbarkeit ausgelegt.

    Die Reform der AFuV erlaubt, die Zulassung künftig schriftlich oder elektronisch zu erteilen. Sie erlaubt damit die Digitalisierung des Verfahrens, aber keine qualitative Entwertung des Nachweisdokuments. Zwar können Angaben wie Name, Rufzeichen oder mehrsprachige Hinweise auch in einer PDF enthalten sein. Das Wesentliche der früheren Zulassungsurkunde lag aber gerade in ihrer Ausgestaltung als hochwertiges Legitimationsdokument: Sicherheitspapier mit Wasserzeichen, Dienstsiegel und die unmittelbare Erkennbarkeit als amtlicher Nachweis. Eben diese Merkmale dienten der Authentizität, Fälschungssicherheit und praktischen Verwendbarkeit im Rechtsverkehr. Wo die Reform hergeben soll, dass gerade diese Merkmale ersatzlos aufgegeben werden dürfen, ist nicht ersichtlich.

    73" Sigi DO3XX

    Hallo zusammen,

    nachdem wir zuletzt über den Wissensaustausch im Forum gesprochen haben, möchte ich heute selbst einen aktiven Beitrag leisten und mein aktuelles Projekt vorstellen: Eine Delta Loop für den Portabel-Betrieb, die mit einfachen Mitteln selbst zu bauen ist.

    Ich habe dazu ein kurzes Video erstellt, das den Aufbau und die Konstruktion zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=PbGkzbpK8wE

    Ein paar Eckdaten zur Antenne:

    • Gewicht: Insgesamt nur ca. 1,9 kg. [00:13]
    • Packmaße: Sehr kompakt (ca. 1 m Länge, 25 cm Breite), ideal für das Auto oder Wohnmobil. [00:13]
    • Konstruktion: Besteht aus einem Stativ, einer Aluhalterung und zwei Angelruten als Spreizer. [03:07]
    • Kosten: Der Nachbau kostet insgesamt ca. 120 €, je nach vorhandenen Kleinteilen. [05:42]
    • Leistung: In der gezeigten Version spielt sie auf mehreren Bändern (von 40m bis 6m mit Tuner). [06:08]

    Der Aufbau geht extrem schnell: Das Kreuz ausrichten, die Angelruten ausziehen (die Spannung des Drahtes hält sie in Position) und das Koaxkabel anschließen. [03:51]

    Mich würde eure Meinung dazu interessieren:

    1. Nutzt ihr ähnliche Konstruktionen für den Portabel-Einsatz?
    2. Habt ihr Optimierungsvorschläge, was das Gewicht oder die Stabilität bei Wind angeht?

    Ich freue mich auf einen konstruktiven Austausch!

    Vy 73 Sigi, DO3XX

    DK schade, dass du das so siehst. Man darf aber nicht vergessen: Ein Forum ist keine Einbahnstraße und lebt nicht allein vom Konsum.

    Ein echter Wissensaustausch entsteht nur dann, wenn man auch selbst bereit ist, aktiv etwas beizutragen – sei es durch eigene Erfahrungen, Fachwissen oder gezielte Fragen. Es ist heutzutage leider sehr bequem geworden, das Netz nur noch als reine Informationsquelle zu nutzen, ohne selbst einen Finger krumm zu machen.

    Ein Forum ist immer genau so gut wie die Summe der Beiträge seiner Mitglieder. Wenn jeder nur darauf wartet, dass ‚geliefert‘ wird, bleibt der Austausch zwangsläufig auf der Strecke. Wer sich nur abmeldet, weil ihm nicht genug geboten wird, verkennt, dass er selbst Teil der Gemeinschaft und damit auch des Problems ist.

    73 Sigi, DO3XX“

    Hallo Peter,

    auf die Idee mit dem „Wandschmuck“ oder dem „Siegellack“ muss man erst mal kommen – das geht leider völlig an der Realität vorbei. Es geht hier nicht um Ästhetik oder Stolz, sondern um hoheitliche Rechtssicherheit.

    • Internationaler Ernstfall: Wer mit seinem Equipment auf DXpedition geht oder in Länder reist, in denen Funkverkehr restriktiv gehandhabt wird, braucht ein Dokument, das weltweit als amtlich anerkannt wird. Versuch mal einem Zollbeamten bei der Einreise mit einer „schicken QSL-Karte“ oder einem unsignierten, selbst ausgedruckten PDF ohne Siegel zu kommen. Das Ergebnis ist im Zweifelsfall die Beschlagnahmung des Geräts, weil die hoheitliche Legitimation fehlt.
    • Die Bringschuld der Behörde: Die Zulassung ist ein konstitutiver Verwaltungsakt. Wenn die BNetzA dafür 70 € Gebühren verlangt, ist es ihre Pflicht, ein Dokument auszustellen, das im Rechtsverkehr – auch gegenüber der Polizei oder dem Zoll im Ausland – zweifelsfrei als amtlich erkennbar ist.
    • Digitale Mogelpackung: Echte Digitalisierung würde bedeuten, dass das PDF eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) oder einen verifizierbaren QR-Code trägt. Ein einfaches „PDF statt Urkunde“ ohne jedes Sicherheitsmerkmal ist kein technischer Fortschritt, sondern ein administrativer Rückschritt zulasten unserer Sicherheit bei Kontrollen.

    Dass Pässe gefälscht werden, ist kein Argument dafür, die Qualität staatlicher Dokumente auf Null zu senken. Es geht um rechtsstaatliches Handeln und die Möglichkeit, sich ordentlich ausweisen zu können. Alles andere ist leider „Thema verfehlt“.

    73 Sigi, DO3XX

    Zur Umstellung auf Zulassungsbescheide – Digitalisierung ja, aber nicht auf Kosten der Rechtssicherheit

    Die von der Bundesnetzagentur vollzogene Umstellung von der klassischen Zulassungsurkunde auf einen formlosen PDF-Bescheid mag unter dem Schlagwort „Digitalisierung“ stehen – doch sie wirft ernste Fragen zur Rechtssicherheit, internationalen Anerkennung und hoheitlichen Dokumentation auf.

    Die Zulassung zum Amateurfunkdienst ist ein konstitutiver Verwaltungsakt: Sie verleiht das Recht zum Betrieb einer Amateurfunkstelle und enthält das personengebundene Rufzeichen. Solche Akte müssen rechtlich tragfähig, überprüfbar und als amtlich erkennbar dokumentiert sein – insbesondere im Kontakt mit Behörden.

    Genau das ist bei der neuen Praxis nicht gegeben. Der PDF-Bescheid enthält kein Siegel, keine Unterschrift und keine digitale Signatur. Damit fehlt ihm jedes äußere Merkmal, das ihn im In- oder Ausland als hoheitliches Dokument ausweist. Jeder Zoll- oder Polizeibeamte erkennt auf den ersten Blick, dass diesem Dokument die amtliche Qualität fehlt – mit unklaren Folgen für Funkamateure bei Kontrollen, insbesondere im grenzüberschreitenden Verkehr.

    Die Digitalisierung wäre zu begrüßen – wenn sie mit einem qualifiziert signierten, eindeutig verifizierbaren Dokument einherginge. Solange das nicht gewährleistet ist, stellt die Abschaffung der Urkunde einen Rückschritt dar – und lässt die berechtigte Frage offen: Wofür zahlen wir 70 € Verwaltungsgebühr?

    Quote

    Digitalisierung darf kein Synonym für „PDF statt hoheitlicher Legitimation“ sein. Wer hoheitlich handelt, muss das auch sichtbar und überprüfbar tun.

    Vy 73
    Sigi DO3XX

    Auch ich bin froh darüber das wir wieder 6m nutzen können.

    Am 24.07.2024 reichte ich Klage beim Verwaltungsgericht ein, um mich gegen diese willkürliche Entscheidung zur Wehr zu setzen. Die rechtliche Argumentation war eindeutig: Die Einschränkung des 6-Meter-Bandes für die Klasse E war weder sachlich gerechtfertigt noch rechtlich haltbar. Meine Klage zielte darauf ab, die Rechte der Funkamateure zu verteidigen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

    Unter dem zunehmenden rechtlichen und öffentlichen Druck lenkte die BNetzA schließlich ein. Kurz vor Jahresende 2024 erließ sie die Verfügung Nr. 105/2024, die die Nutzung des 6-Meter-Bandes für die Klasse E vorübergehend bis zum 31.12.2025 wieder gestattet. Dieser Teilerfolg zeigt, dass sich der Einsatz für Gerechtigkeit lohnt. Doch er wirft auch die Frage auf, warum es überhaupt so weit kommen musste. Warum wurden berechtigte Interessen und Rechte der Funkamateure zunächst ignoriert?

    Ich werde mich weiterhin für die Rechte der Funkamateure einsetzen – für eine faire und gerechte Behandlung aller Klassen. Denn dieser Fall zeigt: Wer sich gegen Willkür wehrt, kann etwas bewegen.