So sieht es mit uns aus....

  • So sieht es leider nicht nur mit uns aus, sondern auch in beliebigen anderen Interessensgruppen/Organisationen. Eigentlich seltsam, da doch schon knapp 10-jährige ohne Probleme die Amateurfunkprüfung schaffen. Man muss also wohl unterstellen, dass KEIN Interesse daran besteht. Dieses Interesse lässt sich auch nicht durch eine noch so einfache Prüfung wecken, ja nicht mal, wenn die Lizenzurkunden verschenkt würden. Dies gilt noch viel mehr für eine Mitgliedschaft im DARC. Leider keine schönen Aussichten, aber man wird sich letztendlich wohl damit abfinden müssen.

  • Na ja.
    Wer mit PMR die ersten Schritte machen möchte der schmeisst nach 30min das Ding entnervt in die Ecke.
    Ein Einstieg wo man etwas mehr Leistung machen darf wäre da wohl besser geeignet.
    Andere Staaten machen es vor, neben klassischem CB den UHF CB mit 5 W und ohne diese dämliche Antennenbeschränkung.
    https://en.wikipedia.org/wiki/UHF_CB

    Hast du schon mal versucht mit der Dorfjugend abends eine PMR Runde im Dorf zu starten ?
    Selbst mit der Yagi eine Herrausforderung, untereinander ein Sinnloses unterfangen.
    Und nein, nicht alle 10 jährigen sind Kinder von Funkamateuren oder haben ein eideitsches Gedächnis.

    Deine Wahrnehmung, deine Realität bestimmt (Yoda)

  • Amateurfunk ist natürlich viel mehr als nur "die PTT-Taste zu drücken". Ich war völlig unbelastet, keiner aus meiner Familie hatte jemals mit HF zu tun. Meinen ersten Empfänger habe ich mit 14 gebaut und den ersten Sender mit 16. Als ich 18 war schritt ich zur Prüfung, damals noch "handgeschrieben" inklusiv CW. Das war reine Formsache für mich. Warum? Weil ich mich dafür wirklich interessiert habe und unbedingt Funkamateur werden wollte, dafür war mir keine Anstrengung zu groß. Damals war es üblich vor der Linzenzprüfung zwei, drei Jahre als SWL zu agieren, was die richtige Betriebstechnik und Morsekenntnisse in Fleisch und Blut übergehen ließen.

    Meine erste Station (0V2 und TX mit 807) war damals Anfang der 1970er komplett selbstgebaut und als die ersten qsos im log standen, (JA, VK, ZL und CO) war ich der glücklichste Mensch der Welt. Störungen auf Kurzwelle gab es nicht, man konnte auch die leisesten Signale hören und selbst dx mit Drahtantennen und kleiner Leistung arbeiten. Seither habe ich viele Geräte gebaut, mit durchaus wechselndem Erfolg, aber auch das Bezahlen von Lehrgeld gehört dazu.

    Der Amateurfunk ist ein technisches Hobby für technikaffine Menschen. Wer versucht, ihn auf reine Kommunikation zu reduzieren, wird scheitern. Ich habe ausserdem das Gefühl, dass der Nachwuchsgeneration oftmals das Interesse sowie der richtige "Biss" fehlen. Das Land ist technikfeindlich wie nie zuvor und die allgemeine - mit Verlaub - Zwangsphlegmatisierung und Berieselungsverblödung durch Privat-TV & Co tun ihr Bestes, um die Menschen auf der Couch zu halten. Dem versucht der DARC vermutlich bald durch eine Einfachst-Prüfung entgegenzuwirken. Nun, auch das wird nicht funktionieren. Was mich nicht wirklich fordert, ist auf Dauer nichts wert und verliert bald seinen Glanz. Ich bin jetzt seit über 40 Jahren dabei, funke und baue noch immer gerne.

  • Quote

    Ich habe ausserdem das Gefühl, dass der Nachwuchsgeneration oftmals das Interesse sowie der richtige "Biss" fehlen.

    Nee, die Interessen sind andere als vor 40 Jahren.
    Lässt du sie Apps programmieren oder Netzwerke bauen sind die mit dem gleichen Interesse dabei wie du vor 40 Jahren bei dem Funk.
    Man muß sich andere Wege überlegen um Interesse zu wecken.

    Quote

    Dem versucht der DARC vermutlich bald durch eine Einfachst-Prüfung entgegenzuwirken.


    Die sehen nur Zahlen aus den USA. Das dort eine ganz andere Ausgangssituation herrscht und der Staat den Amateurfunk viel stärker in die Notfallkommunikation eingebunden hat, wie in VK mit dem UHF-CB, wird dabei vollkommen übersehen.
    Ebenso die daraus resultierenden, niedriegen Einstiegsvorraussetzungen.

    Quote

    Was mich nicht wirklich fordert, ist auf Dauer nichts wert und verliert bald seinen Glanz.


    Man muß schon ein Faible für Antiquierte Nachrichtentechnik haben um auf Amateurfunk als Hobby zu kommen.

    Wie sieht den Funk im Blick der Öffentlichkeit aus ?
    (Ich spreche gezielt von Funk und nicht Sprechfunk weil das in der Allgemeinheit ein und das selbe ist.)
    PMR ist Kinderspielzeug und nicht zu gebrauchen.
    CB-Funk haben LKW Fahrer.
    Amateurfunk sind Tastenklopfende Greise mit riesengroßen Antennen auf dem Dach.

    Dann sind da noch so Dinge die tatsächlich in die Presse kommen. Eine Schule spricht mit der ISS.
    Wow, das hat Houston schon '69 gemacht. Ist also nix anderes wie Telefonieren.

    Das hat alles nix mit Pisa oder Privat-TV zu tun.
    Kinder und Jugendliche sind von Natur aus Neugierig. Man muß diese Neugier nur auf den "Funk" lenken.

    Deine Wahrnehmung, deine Realität bestimmt (Yoda)


  • Wie sieht den Funk im Blick der Öffentlichkeit aus ?
    (Ich spreche gezielt von Funk und nicht Sprechfunk weil das in der Allgemeinheit ein und das selbe ist.)
    PMR ist Kinderspielzeug und nicht zu gebrauchen.
    CB-Funk haben LKW Fahrer.
    Amateurfunk sind Tastenklopfende Greise mit riesengroßen Antennen auf dem Dach.


    Da sind wir uns einig!


    Das hat alles nix mit Pisa oder Privat-TV zu tun.


    Hier unterscheiden sich unsere Meinungen gewaltig.


    Kinder und Jugendliche sind von Natur aus Neugierig. Man muß diese Neugier nur auf den "Funk" lenken.


    Heutzutage besitzen die 8 jährigen schon IPhones der neuesten Generation, alles plug and play. Mit Funk im Sinne von Amateurfunk haben die Wenigsten was am Hut, auch nichts, was irgendwie geweckt werden kann. Die Neurekrutierungen für einen "turn-around" wirst Du niemals zusammenbekommen. Wenn sie also gerne Netzwerken oder Apps programmieren, dann lassen wir sie das doch tun, dazu brauchen sie keinen Amateurfunk. Der DARC braucht sie aber als "zahlende Kunden", deswegen wird auch ständig an den Zulassungsbedingungen rumgeschraubt. Ich wage zu prognostizieren, dass es in 30 Jahren in DL noch 30000 lizensierte Funkamateure geben wird, davon werden 20% Kunden der DARC-Funk-Betriebs-GmbH sein und eine Repeater-Flatrate mit Digital-Endorsement haben. Leider werde ich das wohl nicht mehr erleben.

    Edited once, last by pfiffikus (April 7, 2016 at 8:08 PM).

  • Quote

    Mit Funk im Sinne von Amateurfunk haben die Wenigsten was am Hut, auch nichts, was irgendwie geweckt werden kann.

    Du sagst es selber, "die Wenigsten". Klar wird nicht jeder auf den Zug Amateurfunk aufspringen, aber es ist immer jemand dabei. Und genau für den einen lohnt die ganze Mühe.

    Quote

    Der DARC braucht sie aber als "zahlende Kunden"


    IMHO ist das der einzige Antrieb warum es AJW überhaupt im DARC gibt.

    Deine Wahrnehmung, deine Realität bestimmt (Yoda)

  • Danke Alfred, das ist eine sehr interessante Statistik! Zeigt sie doch, dass die Anzahl der Teilnehmer mit Einfachst-Lizenz (eure nationale Klasse 3) seit Jahren deutlich unter einem Prozent dahindarbt, ohne nennenswert zur Schaffung von Substanz beizutragen. Eure Teilnehmerzahlen sind demselben demographischen Wandel unterlegen wie unsere. Quod erat demonstrandum!

    Selbiges wäre auch für die deutsche Klasse K zu erwarten, so dass sich das Eröffnen dieser Baustelle für den Amateurfunk wie erwartet nicht lohnen wird. Die Klasse 4 in OE entspricht ja weitgehend unserer Klasse E, wenn auch von der Zahl der ausgegebenen Lizenzen nicht ganz vergleichbar.

  • Liebe Funkfreunde!

    Die aktuellen Lizenzzahlen bei unserer Klasse 3 sind äußerst bescheiden. Ich höre allerdings immer wieder, dass Klasse 3 für viele Hams lediglich eine "Durchgangsklasse" auf dem "Weg nach oben" darstellt und insofern stark fluktuiert. Leider kann ich hier aber mit keinen konkreten Zahlen aufwarten. Auch ist mir nicht bekannt, wie weit Ähnliches für Klasse 4 (das ist unsere zweithöchste Klasse, eine Klasse 2 existiert bei uns nicht) zutrifft.

    Eine Besonderheit unserer Klassen 3 und 4 wäre allerdings noch anzufügen: Beide Klassen dürfen laut AmateurfunkVERORDNUNG keine Selbstbau-Sendeanlagen sondern ausschließlich kommerziell-gefertigte und nicht veränderte Sendeanlagen verwenden. Dem steht allerdings eine Bestimmung im höherrangigen AmateurfunkGESETZ gegenüber, wonach eine Amateurfunkbewilligung generell - also unabhängig von Selbstbau oder nicht - zur Teilnahme am Amateurfunkdienst berechtigt. - Auch ermächtigt das übergeordnete AmateurfunkGESETZ den Minister an keiner Stelle, die Klassen 3 und 4 per AmateurfunkVERORDNUNG auf die Verwendung kommerziell gefertigter und nicht veränderter Sendeanlagen einzuschränken.

    Es liegt somit der Verdacht nahe, dass unsere AmateurfunkVERORDNUNG gesetzwidrig ist. Das wurde bisher allerdings nicht ausjudiziert...

    Überhaupt nicht definiert ist auch der Begriff Sendeanlage. Zweifellos gehören dazu aber auch das Antennenkabel, die Stecker und die Antenne selbst. All das dürfte ein Klasse 3- bzw. Klasse 4-Ham dann nicht mehr verwenden, wenn es sich dabei um Selbstbau handelt. Das gipfelt schließlich in der Absurdität, dass dann sogar die Stecker kommerziell ans Kobel gelötet werden müssten!

    Und der ÖVSV? Von dem hört man dazu leider gar nichts...

    73, OE5AKM


  • Eine Besonderheit unserer Klassen 3 und 4 wäre allerdings noch anzufügen: Beide Klassen dürfen laut AmateurfunkVERORDNUNG keine Selbstbau-Sendeanlagen sondern ausschließlich kommerziell-gefertigte und nicht veränderte Sendeanlagen verwenden. Dem steht allerdings eine Bestimmung im höherrangigen AmateurfunkGESETZ gegenüber, wonach eine Amateurfunkbewilligung generell - also unabhängig von Selbstbau oder nicht - zur Teilnahme am Amateurfunkdienst berechtigt. - Auch ermächtigt das übergeordnete AmateurfunkGESETZ den Minister an keiner Stelle, die Klassen 3 und 4 per AmateurfunkVERORDNUNG auf die Verwendung kommerziell gefertigter und nicht veränderter Sendeanlagen einzuschränken.


    Hoppla, da war ich schlecht informiert und dachte bislang, nur die Klasse 3 wäre vom Selbstbaurecht für Sender ausgeschlossen. Unter anderem dieser Punkt ist es dann auch, der Kritiker in DL hellhörig werden lässt. Die Behörde sieht das Selbstbaurecht mit dem Wissen aus einer Einfachst-Klasse bislang nicht vereinbar. Lediglich der DARC propagiert eine solche Klasse frei jeglicher Bedenken, der Grund dafür dürfte klar sein: Man ist sich selbst eben am nächsten. Eine Amateurfunkklasse ohne Selbstbaubefugnis wäre jedenfalls Blödsinn und würde dem Gedanken des Amateurfunks völlig widersprechen.

  • Es sind in der Tat 2 von insgesamt 3 österreichischen Amateurfunkklassen, die laut Amateurfunkverordnung nur noch kommerziell gefertigte und nicht veränderte Sendeanlagen verwenden dürfen.

    Der Selbstbau ist diesen beiden Klassen strenggenommen nicht verboten - lediglich die Verwendung selbst gebauter Sendeanlagen. (Damit ist in der Praxis natürlich wenig gewonnen!)

    Völlig verunglückt ist auch der neu eingeführte Begriff Verwendung: Verwenden werden Klasse 3 und 4 nämlich auch nicht kommerziell gefertigte Repeater - aber betreiben werden sie diese nicht!

    Noch ein Wort zur Einführung einer Einfachst-Klasse in DL:
    Eine Zielvorstellung wäre so eine Klasse wahrscheinlich nur für wenige; die meisten würden vermutlich irgendwann "upgraden". Dafür spricht ja auch die sehr geringe Zahl von Lizenzen bei unserer Klasse 3 (das ist unsere einfachste Klasse); anscheinend ist sie wirklich eine "Durchgangsklasse" auf dem "Weg nach oben" - was wiederum ja nichts Schlechtes wäre!

    73, OE5AKM