gefunden auf https://forum.funk-telegramm.de/www.qslonline.de unter Fokus:
QuoteDisplay More19.11.2016
Vereine und ihr Nutzen
Wikipedia beschreibt einen Verein so:
"Der Verein (etymologisch aus vereinen ‚eins werden‘ und etwas ‚zusammenbringen‘) bezeichnet eine freiwillige und auf Dauer
angelegte Vereinigung von natürlichen und/oder juristischen Personen zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks, die in ihrem
Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist."
Im Rahmen einer Verbandsverantwortlichkeit (z.B.: Bundesverband für...) wird der Begriff Verband teils umfassender gesehen,
als nur Vereine, und umfasst allgemein juristische Personen einschließlich ihrer Mitarbeiter bzw. Entscheidungsträger.
Unter organisationssoziologischen Gesichtspunkten gibt es 3 Klassen von Vereinen:
- Selbstzweck-Vereine
- Ideelle Vereine
- Selbst-/Fremdhilfe-Vereine.
Selbstzweck-Vereine pflegen und fördern (Freizeit-)Aktivitäten ihrer Mitglieder.
Darunter sind sicherlich auch die Amateurfunkvereinigungen (Clubs) einzuordnen.
"Selbstzweck" darf dabei nicht allein auf den Status in der Führungsebene bezogen sein, sondern auf das Ziel und den Zweck
der Vereinstätigkeit.
In diesem Zusammenhang sollte man den Begriff "Vereinsmeierei" erwähnen.
Als "Vereinsmeier" werden Menschen bezeichnet, denen die Mitgliedschaft und Mitarbeit in einem Vereinen für sie selbst außerordentlich wichtig ist.
Vereinsmeierei ist eine Haltung, in der die Betätigung in einem Verein und dem eigenen Wirken im Verein übertriebener Wert beigemessen wird.
Oft wird damit auch eine Bürokratie innerhalb eines Vereins kritisiert, wenn zu viel Wert auf Formalien anstatt auf die inhaltliche Vereinsarbeit, gemäß der Satzung des Vereins, gelegt wird.
Als Grund für Vereinsmeierei können physiologische Mechanismen der sozialen Erfolgskonditionierung gesehen werden.
Die Vereinsmeierei im weiteren Sinn d.h. das Engagement in Gruppen und Vereinen und die Einordnung in hierarchische Gruppenstrukturen hat Einfluss auf den sozialen Status. So könnte eine Person, die im Berufsleben nicht hoch angesehen ist, soziale Erfolge erleben die sie im Berufsalltag nicht erreicht.
So können aus diesen Gründen in Vereinshirachien durchaus Funktionäre zu "Würdenträgern" und (vermeindlich) unfehlbaren Bestimmern mutieren.
Sie vergessen dabei, von Wem und Wofür sie gewählt und tätig sein sollten. Wem sie dienen und von wem sie abhängig sind.
Sie sind nicht "Vorgesetzte" der Vereinsmitglieder und dürf(t)en sich daher auch nicht so fühlen und aufführen.
Sie sollen, in einem bestimmten Zeitraum, den Mitgliedern und somit dem Verein als gewähltes Mitglied dienen.
Um es Zusammenfassend "auf den Punkt zu bringen":
- Einen Verein zu leiten heisst "Vereinen", anstatt engagierte Mitglieder die neue Ideen und/oder eine kritische Haltung zum
Ist-Zustand propagieren, zu vergrämen.
- Neue Mitglieder gewinnen. Angebote und Ansprache an Interessenten. Enthusiastische Mitglieder als Vorbild im Verein behalten.
- Langjährige Mitglieder halten, um deren allseitige Erfahrungen zu nutzen. Auch wenn sie nicht in die aktuelle Vereinspolitik und
Struktur hineinpassen.
- Offenheit (Transparenz) und Ehrlichkeit gegenüber den Mitgliedern, als Beitragszahler und somit eigentlichen "Vereinserhaltern".
Vereinsführungen müssen erkennen, das ihr Verein von allen seinen Mitgliedern abhängig ist und nur mit ihnen gestalten und überleben kann.
Wenn "Bestimmer" und dessen Angestellte im Verein sich selbst wichtiger nehmen als die Mitglieder unterer Ebenen, dann wird auch der Vereinszweck verfehlt.
Wenn also der Nutzen eines Vereins zum Selbstzweck verkommt, dann hat er seine Berechtigung als Interessenvertreter seiner Mitglieder verspielt.
DM2FDO
Redaktion
QSLonline
73 de Thomas, DH1TS